Hitman - Jeder stirbt alleine
Silent Assassin mit Codename 47 sucht Contracts. Bezahlung in Blood Money.
by Pfirsich

Hitman, wenn dieser Name durch die heiligen Hallen von… naja… ich fand den Ausdruck schön. Also, wenn man „Hitman“ hört, dann lauschen viele begeisterte PC-Spieler (zu denen sich die werten Autoren ebenfalls zählen) andächtig auf. „Hitman“, das ist die Erinnerung an zahllose spaßige Stunden mit einem Profikiller auf du und du, das ist die Erinnerung an 3 Teile („Contracts“ zählt nicht, der war mies) glorreicher spielischer Schöpfung. Und an einen amerikanischen Agenten in Stars n‘ Stripes Unterwäsche. Aber der kommt nicht vor. Schade.
Aber was bringt mich dazu, Lobeshymnen auf ein schon etwas älteres Spiel auszubringen? Demenz? Weihnachtsfreude? Bleistifte? Nein, denn mit „Hitman – Jeder stirbt alleine“ hat unser liebster 47 jetzt endlich einen eigenen Film bekommen. Doch hat Luc Besson Mist gebaut oder ein filmlisches Meisterwerk geschaffen? Eer ist ja schließlich dafür bekannt, sich ab und an ein paar „filmische Freiheiten“ zu nehmen. Und außerdem ist er ein französischer Regisseur. Nun, die Frage danach werde ich im folgenden beantworten.

Inhalt:
47 (Timothy Oliphant) ein eiskalter Profikiller, der für eine geheime Organisation arbeitet, die einzig und allein zur Ausbildung eben solcher ungewollte Kinder jahrelang in ein Trainingscamp schickt und sie dort ausbildet (Erste geschichtliche Freiheit, im Original sind das alles Klone, sehen also genau so aus wie 47). Sein neuester Auftrag führt unser lebendes Gefühlsgrab nach Moskau, wo nur Russen leben, die mit ganz ganz scheußlichem russischen Akzent englisch (bzw. deutsch) Sprechen. Natürlich sprechen sie die ersten zwei Sätze wohlklingendes russisch, aber dann wird schnell übergewechselt. Man will den Zuschauer ja lieber mit diesem grausamen Gestammel als mit Untertiteln nerven. Also, 47 soll den russischen Präsidenten (Ulrich Thomsen) töten – und zwar bei einer Ansprache. Zu dieser Ansprache pünktlich erschienen, mordet 47 dann auch. Mitten zwischen die Augen. Doch kaum einige Stunden später muss er dann den scheinbar quicklebendigen Präsidenten Belicoff im Fernsehen bewundern, und das auch noch kurz nachdem ein Mordanschlag auf ihn gestartet wurde, als er eine vermeintliche Zeugin (Olga Kurylenko), die ihn noch nie zuvor gesehen hat, umbringen soll. Verwirrend? Ja, das stimmt allerdings. 47 wurde von seiner Agentur verraten, und sein Interpol-Verfolger Mike Whittier (Dougray Scott) rückt ihm immer dichter auf die Fersen. 47 versucht, aus der vermeintlichen Zeugin mehr herauszubekommen, doch die ist genauso ratlos wie er selbst und wird ebenfalls schon von der geheimen Organisation, für die 47 arbeitet, gesucht. Die beiden fliehen also, und versuchen die Verschwörung rund um Belicoff, der aus dem Grabe entstiegen, ist zu lüften. Und auch der Inlandsgeheimdienst FSB, in Person von Agent Yuri Marklov (Robert Knepper), scheint nicht ganz unbeteiligt zu sein…

Schauspieler:
Olyphant spielt seine Rolle als eiskalter 47 perfekt: Es ist eine wahres Glück, dass er statt Vin Diesel diese Rolle zugesprochen bekam. Olga Kurylenko, die unsere vermeintliche Zeugin „Nika“ spielt, nunja, die sieht einfach nur rattenscharf aus. Von den Szenen, in denen ihr perfekter Körper von einer leichten Seidendeck umspielt… ich schweife ab. Auf jedenfall hat sie diese großen, vollen Lippen, und sie sieht ja sooo… ach was solls, ich bin auch nur ein Mann.
Also ab zu den Bösewichten: Dougray Scott liefert sich ein hervorragendes Katz- und Mausspiel mit Robert Knepper (vielen vielleicht als „T-Bag“ aus Prison Break bekannt), wenn die beiden sich mal wieder über ihre Zuständigkeiten und Befugnisse in die Haare kriegen. Auch beim Rest der Nebendarsteller sind mir keine größeren Patzer aufgefallen. Bis auf Joe Sheridan als „Captain Gudnayev“ wirkt übertrieben dümmlich, was mich doch etwas stört.

Kritik:
„Hitman – Jeder stirbt alleine“ ist an sich ein großartiger Actionfilm. Doch wurde wohl am Drehbuch ab und an etwas geschludert. Da werden für diesen Film einfach mal einige Staaten vergessen, woraufhin 47 sich an der „Russisch – Türkischen Grenze“ aufhalten kann. Oder die riesige supermegahyperverschwörung wird am Schluss einfach nicht aufgelöst. Oder die verschiedenen Hitmans bedrohen sich gegenseitig obwohl sie nur 47 töten sollen.
Aber, ob mans glaubt oder nicht, das wars dann auch schon mit den Unannehmlichkeiten die ein Zuschauer zum Genuß des Films auf sich nehmen muss. „Hitman – Jeder stirbt alleine“ ist ein großartiger Actionstreifen geworden, mit genug Anspielungen auf die Spieleserie, um seine Wurzeln nicht ins vergessen geraten zu lassen. Überall Spannung, und hinter alledem steht immer unser eiskalter Lieblingskiller aus den Spielen, der (und das finde ich ein wahres Wunder) trotz seiner Liason mit unserer Lieblingszeugin/-prostituierten/-präsidentengeliebten immernoch wie unser eiskalter Lieblingskiller aus den Spielen rüberkommt.

Fazit:

Gerade, aber nicht nur für Hitmanfans ein wahres Fest. Wirklich sehenswert. Eigentlich volle 4/5 Toaster wert, bekommt allerdings wegen der Drehbuchpatzer einen halben Toaster abgezogen.

3,5 von 5 Toastern

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