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„20 % auf Qualität“
by Kastenbrot
„Ihr habt lang’ genug gewartet, dass ein Album erscheint!“ – Ach ne… das war was anderes. „Ich reduzier’ mich auf das Minimum!“ – schon eher. Denn das muss vorab gesagt werden: Mit seinem mittlerweile 10. Studioalbum erreicht der Prinz weder quantitativ – was jedoch bedeutend schlimmer ist – noch qualitativ das Level der Vorgängeralben.
Anfangs ist davon jedoch wenig zu hören. Neopunk beginnt mit einem Paukenschlag.
„Super Seiajin“ ist fett produziert und strotz nur so vor mächtigen Wortspielen und ‘Dicke Eier Gehabe’ – ohne dabei jedoch auf das intelektuelle Niveau der Berliner Rapkollegen zu sinken.
Kaum anders verhält es sich da bei „8 Bit Untergrund„. Auch hier fällt als Erstes der untypisch basslastige Beat und die vergleichsweise harten Lyrics auf.
Schon jetzt ist klar: Neopunk ist kein übliches Prinz Porno Album.
Spätestens bei Track #3 wird das dem geneigten Hörer klar.
Man mag von der „Elektrowelle“, die gegenwärtig die Rapszene durchzieht denken, was man will – aber jedem Traditionalisten und Pornofan der ersten Stunde werden bei „Gib dem Affen Zucker“ die Tränen in den Augen stehen. Man kann es nicht anders sagen: Dieser Beat ist Techno der allerschlimmsten Sorte!
Na gut. Mal was anderes. Schließlich kommen experimenteller gestaltete Alben nicht immer schlecht an, wie man an Lil Waynes „Tha Carter III“ oder dem inzwischen legendären „Graduation“ von Rapgott Kanye West sehen kann.
Wer derartig gutmütig auf dem Album weiterhört, wird sogleich mit einer schallenden Ohrfeige belohnt.
„Nerdhymne„, „Schlag Die Faust Gegen Die Wand“ (feat. Casper) und „Affen an Die Macht“ sind gleich drei schlechte Tracks in folge. und bilden den hörerlebnis-technischen Tiefpunkt auf Neopunk.
Der nächste uneingeschränkt hörbare Track ist zugleich ein (meiner meinung nach DAS) Highlight des Albums. In „2030“ besinnt sich der Prinz auf alte Tugenden und kritisiert die gegenwärtige Gesellschaft mit reichlich Wortwitz und Eloquenz. Bei dem Versuch sich auf die witzigen Reime über die Aushöhlung demokratischer Institutionen, Umweltzerstörung und den gesellschaftlichen Verfall, zu konzentrieren, könnte man fast überhören, dass 2030 auch der am besten produzierte Track der Platte ist. Klavirsamples, smoothe Bässe und eine Melodie (die ich bei einer Vielzahl der anderen Nummern schmerzlich vermisst habe!) lassen Hoffnung aufkommen.
Tragischerweise ist 2030 auch der einzige Song auf Neopunk, der es eventuell(!) schaffen könnte, einmal in einer Reihe mit Klassikern wir „Würfel“ oder „Keine Liebe“ zu stehen.
Überraschend positiv geht es mit „Aschenbecher“ weiter. Wieder eine smoothe, ruhige Produktion; wieder tolle Lyrics. Die Atmosphäre, die hier erzeugt wird, erinnert an die goldenen Zeiten von „Dunkle Sonne“ oder „Fluch der Besten“ – wird jedoch sonst nicht wieder erreicht.
Erwähnenswert sind nur noch zwei Tracks.
Da wäre ein mal „Schaedelficken“ (feat. Biztram).
Mir geht das nicht leicht über die Lippen (oder eher die Finger) – aber eine solch unterirdische Qualität was Produktion, Flow und selbst Lyrics angeht, bekommt man großteils nicht mal bei den Kollegen von Aggro Berlin zu hören! Ein absolutes „No Go“ um es in der Sprache der GNTM-Juroren zu sagen.
Umso unverständlicher wird dieser Totalausfall, wenn man beachtet, dass das überdurchschnittliche „Wir Bleiben Immer Anti“ ebenfalls ein Biztram Feature enthält. Zwar ist der flow hier ebenfalls missing in action, dafür punktet Pi hier mit witzigen Lyrics („Ich sag’, Mr.Nice war mein Ziehvater, und ich will 20% auf alles, auch auf Tiernahrung“ / „Dieter mach’s wie Rubbelloskäufer, los, kratz’ ab„) und einem funkigen Beat.
Abschließend kann man sagen, dass Neopunk eines der wohl schlechtesten Alben von Prinz Pi ist.
Die wenigen Highlights (8 Bit Untergrund, 2030, Aschenbecher) können nicht über die erschreckende Mittelmäßigkeit der Meisten Tracks (z.B. Kann Es Sein, Bevor Ich Aufschlage, Ein Bizchen Mehr) und die fatalen Totalausfälle (z.B. Nerdhymne, Affen an Die Macht, Schaedelficken) hinwegtäuschen.
Egal wie oft man das Album auch mit gutem Willen durchhört, es bleibt der Eindruck, der Prinz hat sich dieses mal tatsächlich auf das Minimum reduziert – dabei jedoch keine 20% hingekriegt. Die kriegt wie wir wissen nur Chuck Norris.
3 von 5 Toastern





Anmerkung: Wurde um 1 Toaster von 2/5 aufgewertet!

„YEEEYAH!“
by Kastenbrot
CunninLynguists.
Das sind „Kno“, „Deacon The Villain“ und „Natti“.
Schon mal gehört? Ich erhlich gesagt auch nicht…
So bin ich vor einiger Zeit auch eher zufällig auf ihr aktuelles Album Dirty Acres aufmerksam geworden.
CunninLynguists haben seit Ende 2001 bemerkenswerte 4 Longplayer und 2 Mixtapes in Albumlänge veröffentlicht.
Bedauernswerterweise hatten sie bisher keinen einzigen erfolgreichen Hit und haben vor Allem in der Untergrund- und Independentszene des Dirty South ihre Fans.
Schade eigentlich.
Denn CunninLynguists sind mit das frischeste und musikalischste was der Dirty South seit Langem zu bieten hat.
Dirty Acres beginnt mit dem als Intro konzepierten Never (feat. Big Rube).
Der gleichmütige Painosound und die ruhig gesprochenen Sätze vermitteln eine wunderbar melancholisch gedrückte Stimmung, die das gesammte Album durchzieht.
Valley Of Death wirkt ebenso nachdenklich wie das Intro.
Das liegt neben den düsteren Lyrics und dem perfekt zur Stimmung passenden Gospelchor aber vor Allem an der aufwendigen – aber nicht übertriebenen – Produktion.
Vom Namen mal ganz abgesehen…
Dummerweise geht das Stück viel zu schnell vorbei (2:35). ARGH!
Der Titeltrack Dirty Acres ist wiederum weniger pompös inszeniert.
Nichts desto Trotz, kommt der Beat – der mit zahlreichen Bässen versehen wurde – in Kombination mit den ‘platzmarkierenden’ Texten sehr gut rüber.
Das Interlude Kentucky(einer von insgesammt zwei „Einschüben“) ist sehr cool produziert.
Der Produktionsstil(u.a. werden Scratches mit E-Gitarren und Vocalsamples gemischt) sowie der Name erübrigen weitere Spekulationen welcher Musikrichtung die CunninLynguists zugerechnet werden müssen und woher sie kommen.
Warum dieser großartige(großartige!) Beat allerdings auf 50 Sekunden beschnitten und nicht für einen vollwertigen Track genutzt wird, ist absolut unverständlich.
Hier besteht Remix-pflicht!
K.K.K.Y. ist die dritte Singleauskopplung. Zurecht.
Eingängiger Beat, eingängige Lyrics und eine Hookline die man nach 0,5 Sekunden drauf hat: Klasse!
Dieser Song ist ein derartiger Ohrwurm, dass… naja ihr wisst schon…
Auf keiner HipHop Platte dürfen wohl Plattitüden über Frauen fehlen.
Und so greift auch Wonderful (feat. Devin The Dude) zum Ersten(und Einzigen) mal auf dem Album das Thema Frauen auf.
Zwar kommen eindeutige Anspielungen und Aussagen vor(„Girl you so lovable,So soft and touchable [...] Wonderfully fuckable [...] Huh, I don’t wanna offend ya, but I do wanna put my thang in ya“); das ist aber schnell verziehen, da ich spätestens seit dem großartigen „Welcome To Kanye’s Soul Mix Show“-Mixtape ein Fan von souligen Beats bin.
Um die maximale Wortzahl, die dieses Blogsystem verarbeiten kann nicht zu sprengen, werde ich Yellow Lines (feat. Phonte & Witchdoctor), The Park (Fresh Air) (feat. Chizuko Yoshihiro) und Summer’s Gone etwas weniger ausführlich besprechen:
Yellow Lines ist wunderbar ruhig produziert und eingerappt und bringt einen nach den bisher weitestgehend aufwendig gemachten Tracks wieder etwas runter.
Ebenso The Park. Hier wird(überraschung!) ein Tag im „Park“ beschrieben. Das Vogelgezwitscher und die Hintergrundsounds lassen einen dabei tatsächlich fast in diese Idylle eintauchen.
Nicht so Summer’s Gone. Die deutlich ‘bissigeren’ Sounds wecken einen wieder auf und stimmen auf die zweite Hälfte des Albums ein.
Das nun folgende, versprochene zweite Interlude They Call Me macht mich wütend!
Im ernst!
Der Beat, der von ordentlich Bass(ich meine ausnahmsweise wirklich das Instrument) und Banjo geschmückt wird, ist mit einer der Besten auf dem Album.
Aber wird daraus ein anständiger Track gemacht? Nein!
Gerade ein mal 44(!) Sekunden ist They Call Me lang.
Warum ein solcher Beat mit einem solchen Hitpotential – für den andere Rapper morden würden – einfach so als dröge Beigabe abgetan wird wird mir wohl auf Ewig verschlosssen werden.
Gun (feat. Sheisty Khrist) erinnert mich stark an den Stil von Bubba Sparxx.
Den Beat dominieren rythmische Snears und eine Gitarrenmelodie; die Thematik ist ein bischen ‘Gangster’.
Alles in Allem kommt das Gefühl, mit Baggies und einem Muscleshirt bei 40° im Schatten die örtliche County-Bank zu überfallen, perfekt rüber.
Deutlich schnörkelloser kommt Dance For Me daher.
Track nummer 12 ist sehr simpel gehalten. Das stört allerdings kein bischen, da der sehr rythmuslastige Beat perfekt mit den Vocals harmoniert und eine beruhigende Stimmung vermittelt.
Die nächsten beiden Songs möchte ich nochmals in Aller Kürze behandeln:
Georgia ist ein gechillter Tribut an den gleichnamigen Bundesstaat mit teils „sozialkritischem“ text.
Things I Dream ist fett produziert und der wahrscheinlich lauteste Track auf Dirty Acres.
Ja… das wars schon.
Frei nach dem Motto „Das Beste zuletzt“ ist Mexico (feat. club Dub) dann auch mein Lieblingstrack!
Mexico ist sehr abwechslungsreich und bedient sich der gesamten Bandbreite der für den „Down South“ typischen Instrumente und Eindrücke.
Auch lyrisch überzeugt dieser Song.
Fazit: Von diesem Album hätte ich mir mehr erwartet – im wahrsten Sinne des Wortes!
Dirty Acres ist mit 46 Minuten Spielzeit einfach viel zu kurz geraten um dem Talent der 3 Rapper(respektive 2 Rapper und 1 Produzent) eine gebührende Bühne zu bereiten.
Das konstant gute Niveau der Produktion sowie der eigenwillige Style der South Side(der sich nicht nur auf „YEEEEYAH!!!“ und „OOOOKKKK!!!“ begrenzt) überzeugen auf voller Linie.
Doch eine Sache hat mich am Meisten fasziniert:
Es gibt auf dieser Platte KEINEN SCHLECHTEN SONG!
Nicht einen!
Dirty Acres bekommt von mir definitiv
5 von 5 Toastern






Wir ham’ lang genug gewartet, dass ein Album erscheint …
(by Kastenbrot)
Hallo? Was geht denn jetzt falsch?
Der King of Rap bringt sein zweites Soloalbum raus und niemand kriegt es mit?
In den Medien wurde Tot Oder Lebendig nämlich nahezu totgeschwiegen.
So verwundert es auch nicht, dass das online-release von Der Beweis kaum auf große resonanz stößt (zu Unrecht, wie wir noch feststellen werden) .
Noch nie war der obligatorische Intro-satz „Ihr habt lang genug gewartet, dass ein Album erscheint“ so wahr wie bei diesem Album. Savas liefert mit Tot Oder Lebendig eines der am heissesten erwarteten Deutschrap-releases der letzten Zeit ab.
Umsomehr verwundert es, dass das T.O.L. Intro nicht mit ebendiesem Satz startet.
Trotzdem ist das stolze 2:29 lange „Intro“ ein hammer Track und auf jeden Fall ein würdiger Einstieg für die Folgenden 12 Tracks.
Flowtechnisch kann man diesem Track nichts anhaben und auch der Beat spielt in der Obersten Liga.
Das Orakel führt den runden Flow des Intros fort, ist aber deutlich lustloser produziert. Das stört bei Savas’ erstklassiger Darbietung aber kaum.
Der Beweis leidet an der Selben Krankheit.
Zwar ist Flowtechnisch und lyrisch wieder alles im grünen Bereich, der Beat hört sich aber arg austauschbar und uninspiriert an.
Naja, nobody’s perfect…
Track Nummer 4 rettet das Album aus dieser Flaute.
On Top steht nicht nur lyrisch in der Tradition von „Durchhalteliedern“ wie Der Beste Tag Meines Lebens oder Guck My Man, auch Azad ist als Featuregast mit von der Partie.
Abgerundet wird On Top durch den sanften und von Pianoklängen durchzogenen Beat.
Das nun folgende Essah ist zwar lyrisch innovativ
(“ … Heute heißt besser nicht mehr besser, sonder Essah,
denn Essah beschreibt besser besser als besser,
ich reim besser, als besser und darum wäre es Essah, wenn du Essah wirst … „)
und gut produziert, das von Moe Mitchell gesungene Intro turnt aber dermaßen(!) ab, dass der Track in die Mittelmäßigkeit abgleitet.
Mona Lisa – der 6. Track – lässt mich genauso zwiegespalten zurrück.
Lyrisch top, Beat ok, aber viel zu kurz!
2:06 ist Mona Lisa nur lang. Kürzer als das Intro!
Das regt vor allem wegen der teils witzigen Lyrics und dem tadellosen Flow auf.
Alle Schieben Optik überzeugt auch nicht vollends.
Die Hook ist gut mitsing, entschuldigung, -rapbar, die Lyrics sind brauchbar, die Produktion ist aber unterirdisch schrottig.
Warum muss so was sein?
Das letzte „richtige“ Kool Savas Solorelease war das Mixtape Die John Bello Story von 2005, das Erste Album Der beste Tag meines Lebens kam 2002 raus.
Das sind 2 (bzw 5) Jahre Zeit um passende Beats ausfindig zu machen.
Aber weiter im Text…
Nur Ein Spiel wiederum ist genial!
Im gegensatz zu manch Anderem Track, passen Lyrics, Flow und Produktion perfekt zusammen.
Die Lyrics sind dabei ein wirkliches Highlight.
Savas baut unglaublich viele Videospiel-vergleiche ein um seine Position im „Game“ zu beschreiben.
Wer Ahnung von PC Spielen hat oder auch nur ein mal im Leben eine GameStar in den Händen gehalten hat, wird an diesem Lied seine helle Freude haben.
Tot Oder Lebendig (Titeltrack!) ist der Zweite Track in Reihe, bei dem Alles stimmt.
Savas markiert mit geschickten Reimen und seinem unverwechselbaren Flow sein Revier und zeigt den ganzen Opfern da Draussen, dass er der Beste ist, ob Tot oder Lebendig…
Wie auch auf Der beste Tag meines Lebens gibt es einen Dede Skit, der aus unverständlichem Türkischen gelaber besteht.
Naja, wers braucht…
Krank braucht man auf jeden Fall.
Der „sozialkritische“ Text wirkt weder peinlich noch belehrend, der Beat ist angenehm ruhig und gleichzeitig voller dröhnender Bässe.
Allgemein hat sich Melbeatz merklich weiterentwickelt.
Die Optik Hausproduzentin liefert einige großartige und innovativ arrangierte Beats ab.
Der letzte Track – Melodie – ist ebenfalls gut.
Moe Mitchell nervt auch nicht nur halb so viel wie noch bei Essah und der gechillte Beat umfasst Savas Rhymes perfekt.
Was kann man also abschließend über diese lange ersehnte Platte sagen?
Obwohl auf Tot Oder Lebendig einige sehr gute Tracks sind, wird man beim Durchhören den Eindruck nicht los, dass das Album teilweise etwas halbgar ist.
Es gibt zwar keinen wirklich schlechten Track, aber viele „verpasste Chancen“ (Auch wenn diese immer noch bedeutend besser sind als das Meiste, das der Deutscher Rap in Letzter Zeit zu bieten hatte) .
Meiner Meinung nach hätte Tot Oder Lebendig noch besser werden können.
Die Highlights des Albums beweisen das.
Trotzdem ist es ein gutes Album und verdient sich redliche
4 von 5 Toastern






Ein Spaß für Jung und Alt
(by Kastenbrot)
Die 80er…
Das sind geschmacklose Klamotten in Neonfarben, Kalter Krieg und diese Plastik-Zauberwürfel (Rubik’s Cube) die man 10 000 mal versucht zu lösen und dann nach 20 Minuten entnervt wieder in die Ecke schmeisst.
Reichlich unspektakulär.
Das dachte ich … bis Jetzt!
Dass es auch gutes aus diesem Jahrzehnt gibt, beweist der 80’s Flashback.
In der Tradition von beispielsweise Rap City Berlin, versammelt sich mit das Beste, was der deutsche HipHop zu bieten hat auf diesem Album.
Samy Deluxe, Jan Delay, Dendemann, Afrob oder Nico Suave sind nur ein paar der insgesammt 20 Artists, die sich auf 80’s Flashback die Ehre geben.
Das wird bereits im Intro deutlich, wenn der ehemalige Tagesschau-Sprecher Wilhelm Wieben in nachrichtentypischer Manier die folgenden Nummern ankündigt.
Bedauerlicherweise beginnt 80’s Flashback nicht gerade mit einem Feuerwerk.
Das Blech 2007(benannt nach dem Klassiker Das Blech von Spliff) ist ein typischer Das Bo-Song. Mittelmaß eben.
Darüber kann auch das großartige sample nicht hinwegtäuschen.
Bin Da Da von Herrn Baus of the Nauf gefällt mir da schon bedeutend besser. Samy Deluxe, verdammt! Muss ich mehr sagen? Also…
Bereits der Dritte Track – Strum & Drang – von Jan Delay & Dendemann ist mein persönlicher Lieblingstrack.
Die Neuinterpretation von Tears for Fears’ Shout ist energiegeladen, gut produziert und textlich stimmig.
Dann kommt die Zweite (aber, so viel sei hier schon mal gesagt auch letzte) Enttäuschung:
Hot Hot Hot.
Diese Eigenproduktion (der einzige Song auf dem Album ohne 80er-Sample) von Dieter Dalls & Miss Marx ist beattechnisch wie lyrisch einfach nur billig und wirkt auf einem 80er-Jahre Konzeptalbum(!) vollkommen deplatziert.
Der zeitlose LL Cool J smasher I need Love (hier „Ich brauch Schlaf“) gefällt mir sogar von Sido.
Im gegensatz zu gewöhnlichen Aggro-releases beweist das Super Intelligente Drogen Opfer nicht zum ersten mal, dass er(oder es) rappen kann.
Meiner Meinung ein vergeudetes Talent.
Dass das Sample, das dem nun folgenden Flashback zu Grunde liegt, A-Ha’s Take On Me ist, lässt sich nur mit sehr viel Fantasie erkennen.
So oder so ist Flashback ein partytauglicher Track und noch viel wichtiger, ein Lebenszeichen!
Seit 2005 gab es kein Afrob release mehr und die vereinzelten Gastauftritte auf dem JUICE-Sampler waren meist nicht gerade welthistorisch unverzichtbare Machwerke.
Der siebte Track – Eisbär – verwirrt mich anfangs.
Harris & H.P. Baxxter … H.P. Baxxter? Scooter?
Das mag den einen oder anderen HipHop fan zwar abschrecken, aber erstaunlicherweise passt das scooter-typische geschrei ausgezeichnet auf den synthie-beat.
Kokain (von Denyo & Rocko Schamoni) ist zwar vergleichsweise schlicht produziert, sorgt aber mit seinem runden Flow für gute Laune.
Nicht zu vergessen, dass der Anti-Drogen Text den pädagogischen Auftrag der Entertainmentindustrie voll erfüllt!!
Als nächstes sind Snaga & Pillath an der Reihe.
Bereits nach 5 Sekunden von Bis Es Knallt hört man das Original deutlich herraus( Colors von Ice-T ).
Snaga & Pillath typisch ist der Text hart, direkt, aber auch ironisch und witzig. Definitiv einer der Besten Tracks des Albums!
Habe ich eben noch über Das Bo geschimpft? Schnee von gestern!
Wir Wolln Euch Antörn ist mit der von Petone gesungenen Hook und dem unverwechselbaren Sample von Vamos A La Playa( Oh, oh oh oh oh ! ) ein absolutes Highlight!
Oh Mein Gott von Illo & Emory ist schön produziert( Sample: Straight Up von Paula Abdu ), textlich aber extremst flach.
Die beiden stehen auf Frauen “ … In allen Farben und Formen … „. Wahnsinn!
Wir Rolln bietet schon wieder einen genre-untypischen Featuregast.
H-Blockx-Frontmann Henning Wehland schreit nicht nur die Introlines sondern auch den Refrain ausgezeichnet.
Zusammen mit den konstant guten Rhymes von Nico Suave ergibt das einen hervorragenden HipHop Track, der um Welten besser klingt als das Original Fade To Grey von Visage.
Der Letzte Track auf unserem musikalischen Trip in die Vergangenheit ist Bleib Bei Mir.
Emory, Illo und Samy Deluxe liefern sich hier einen verbalen Schlagabtausch um eine imaginäre Frau.
Das ist thematisch zwar auch nichts neues, führt aber zu einigen Reimen die zu einem dreckigen Grinsen verleiten.
“ … du bist der Fahrer und ich bin der Rapstar, Fährst mich durch die Gegend während ich hinten Sex hab“
„Cool man, das heißt ich hab in zwei Minuten Feierabend, Doch is nich so schlimm, Sam, denn ich werds nich weitersagen … „
Großartig!
Die verschiedenen Künstler auf 80’s Flashback schaffen es zum größten teil, aus altbekannten( teils aber auch altbackenen ) Klassikern, neue Klassiker zu schaffen. Dass es dabei das ein oder andere schwarze Schaf gibt, scheint wohl unvermeidlich zu sein.
Alles in allem geht das gewagte Konzept aber reibungslos auf.
Deshalb vergebe ich für diese musikalische Zeitreise:
4,5 von 5 Toastern





Zur Feier des Tages (so von wegen Deutschland etc.) eine weitere Wahnsinns Kritik.
Ach ja… die Foo Fighters Kritik kommt bald..

Wird. das. was ?
(by Kastenbrot)
Lieder über Mädchen.
Derart tiefgreifend und philosophisch ist der Titel des kürzlich erschienenen Albums von Will. i. am. Ob der Vorzeigeproduzent aus Los Angeles und Front-mann der Black Eyed Peas jedoch auch solo überzeugt?
Mal sehen..
Bereits der erste Track – Over – überzeugt mit seinem rythimischen Klavir-sample, wenn auch eine gewisse Ähnlichkeit zu einschlägigen BEP-titeln nicht von der Hand zu weisen ist.
Auch Heartbreaker geht diesen Weg, ist dabei aber etwas schneller und schlagzeuglastiger.
Wie auf JEDEM Album ist der dritte Track auch die erste Singleauskopplung.
I Got It From My Mama baut auf ein gechilltes Gitarren-sample und macht mit seinen elektro-sounds klar, dass Songs About Girls kein typisches HipHop Album ist.
Das wird mit She’s A Star auch dem Letzten klar.
Der gesammte Song wird von sanften Ambient-sounds untermalt. Beim ersten mal hören mag das den gestandenen HipHopper vielleicht abschrecken, die Hitqualitäten dieses Songs sind aber nicht zu überhören.
Get Your Money hört sich ebenfalls mehr nach Ambient und Acid-Jazz an, als nach HipHop. Trotzdem gefällt der Song rundum und lässt auf mehr hoffen.
Dann kommt der ( andscheinend ) unvermeidliche Tiefpunkt. The Donque Song ( Featuring Snoop Dogg) ist nervig, nervig und noch mal nervig. Eklig produziert und mit einem schlechten Featurepart von Snoop: So was braucht kein Mensch!
Zum Glück ist dieses Grauen nur von kurzer Dauer.
Track Nummer Sieben gefällt mir schon bedeutend besser.
Impatient hört sich im ersten Moment zwar nach einer Nummer von Daft Punk an, tut dies aber nach einiger Zeit … immer noch …
Das darauf folgende One More Chance geht in etwar in die Selbe Richtung, auch wenn dieses Mal der Gesangs/Rap-part nicht zu kurz kommt.
Invisible und Fantastic wiederrum hören sich nach ordinärer Popmusik an.
Das ist jedoch keines Falls schlimm.
Will. i. am versteht es die verschiedenen Musikstile zu einem angenehmen Mix zu verschachteln und kreiert damit seinen ganz eigenen Sound.
Fly Girl – mein Lieblingstrack – könnte ebensogut von Pharrell produziert sein und verschmilzt Rythmus, Gitarrensounds und Rap derart gut miteinander, dass dieser Song wohl in Zukunft unter meinen absoluten Lieblingstracks verweilen wird.
Dynamite Interlude und Aint It Pretty sind wieder etwas ruhigere und ( leider ) vernachlässigbare Nummern.
„Bevor es auf geht muss es ab gehen“
Und so muss ich erst noch Make It Funky über mich ergehen lassen ( habe ich vorhin The Donque Song als „schlecht“ bezeichnet? Das ist nichts im Vergleich zu Make It Funky… ) bevor ich den letzten Song des Albums S.O.S. (Mother Nature) hören kann.
Der Song ist nicht nur sehr gut produziert, sondern hat als Einziger auch wirklich etwas zu sagen.
Inhaltlich wird Songs About Girls seinem Titel in vollem Maße gerecht. Tatsächlich handeln Alle Songs ( mit Außnahme von S.O.S. (Mother Nature) ) von Frauen und Dingen die man mit ihnen machen kann. Einerseits ist diese Thematik nie falsch, andererseits hätte ein wenig mehr Abwechslung dem Album sehr gut getan. Denn nach 15 … entschuldigung … 14 Liedern die an eine fiktive Frau gerichtet sind, von der Trennung von einer fiktiven Frau oder DER ultimativen Liebesnacht mit einer fiktiven Frau handeln, kommen ernste Zweifel in Sachen Glaubwürdigkeit auf.
Um die Texte geht es bei Songs About Girls allerdings auch nicht wirklich. Jeder einzelne Track ( auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel ) ist großartig produzier und taugt als Unterhaltungs und Club-musik gleichermaßen.
Das Album gefällt mir vor Allem wegen seinem kreativen und einzigartigen Arrangement. Musikalisch bewegt sich Will. i. am irgendwo zwischen HipHop, Ambient und Pop. Da diese Rechnung ohne größere Schwierigkeiten aufgeht, vergebe ich
4 von 5 Toastern






und 5 zurück…
(by Kastenbrot)
Uiuiuiuiui!
Curtis = 500.000-600.000
Graduation = 575.000-700.000
So sehen die aktuellen Zahlen der Billboard Verkaufscharts aus. Im Klartext heisst das: Im Rennen um das erfolgreichste HipHop Album des Jahres ist noch alles offen und nichts entschieden.
Letztendlich kann aber auch der Erfolg(ob es nun Kanye’s oder fiddy’s ist) nichts über die gebotene Qualität aussagen.
Führen wir uns also das neueste Werk unseres Lieblings East-Coast Gangsters zu Gemüte!
Curtis ist 50 cent’s 4. Studioalbum. Den ursprünglich geplanten Titel „Before I Self Destruct“ verwarf der New Yorker aus taktischen Gründen allerdings wieder. Denn nach Get Rich or Die Tryin’, The Massacre und Curtis muss Herr Jackson nur noch 2 Alben abliefern um seinen 5-Alben Deal mit Interscope zu erfüllen. Und da eines davon ein ‘Best Of’ wird, will man sich die Selbstzerstörung wohl bis zuletzt aufsparen.
My Gun Go Off bietet einen angemessenen Auftakt und steht mit seinen agressiven Lyrics und den Waffen-samples in der Tradition von Heat und macht klar: fiddy’s Style hat sich nicht im geringsten geändert. Noch immer dominieren harte Bässe und Snares.
Habe ich nicht gerade was von harten Bässen und Snares gesagt? Nischt da!
Man Down bietet zwar inhaltlich null Abwechslung, das locker eingespielte Klavir-Sample ist nichts desto trotz gelungen und harmoniert perfekt mit 50’s Stimme.
I’ll Still Kill ist der erste Höhepunkt auf Curtis. Das Keyboard im Hintergrund ist zwar gewöhnungsbedürftig, schafft aber eine einzigartige Atmosphäre und bringt die Stimme von Featuregast Akon gut zur Geltung. Gepaart mit den Drums hat dieser Track Hit Qualität!
Wie gewonnen so zerronnen…
I Get Money und Come and Go sind primitiv und nervig produziert und gespickt mit Anti-Flow. „Nicht Gut“ möchte man sagen.
So spartanisch diese beiden musikalischen Ergüsse waren, so überproduziert ist Ayo Technology (Feat. Justin Timberlake). Kein Wunder. Steckt doch hinter dem Track kein geringerer als Starproduzent Timbaland. Peinliches Paris Hilton Sex-Tape like Video hin oder her(hab ich das eben geschrieben oder nur gedacht?), guter Track!
Track Nummer 8 ist mein persönliches Lieblingslied auf Curtis.
Follow My Lead (Feat. Robin Thicke) ist angenehm entspannt intoniert und verleitet zu spontanem Kopfnicken.
Allzu hart holt mich Movin On Up (Prod by Jake One) wieder auf den harten Boden der Ghetto Realität zurück(Stichwort ‘harte Bässe’ etc.).
Straight To The Bank bildet in der Beziehung auch keine Ausnahme. Zwar ist hier weitestgehend auf ‘Ghetto’ verzichtet worden, sonderlich einfallsreich sind Texte über die 10 Häuser, 20 Autos und 50 Frauen die man als Rapper so hat aber auch nicht.
„Amusement Park schickt sich an ein zweites Candyshop zu sein…“ wurde teils kritisiert. Ich sehe daran nichts negatives. Schließlich war Candyshop ein Megahit und hat neue Maßstäbe für Pornorap gesetzt.
Was beim Original allerdings noch in witzige Rhymes verpackt wurde(„I got the Magic Stick…“) wirkt bei der Fälschung reichlich plump und ordinär.
Zwei erwähnenswerte Lieder bleiben zu nennen:
Peep Show (Feat. Eminem) und Touch The Sky (Feat. Tony Yayo).
Peep Show ist ein absolutes Negativbeispiel einer Featureauswahl.
Abgesehen von dem fragwürdig laschen Beat, fällt vor allem auf, dass Eminem fiddy in seinem extrem kurz geratenen Part lyrisch und flowtechnisch die Hosen auszieht.
Der letzte Track – Touch The Sky – ist ein echter partysong. Zwar nervt der Gangster Style nach 55:45 Minuten langsam etwas, doch einen guten Abgang bietet Touch The Sky allemal.
Alle nicht erwähnten Tracks (Fully Loaded Clip, Fire, All Of Me und Curtis 187) sind nichts weiter als unnötige und lieblos gemachte Platzfüller.
Um noch einmal zur Frage nach dem Besten HipHop Album des Jahres zurückzukommen:
Curtis ist ein durchschnittliches bis gutes Album, erreicht Graduation aber nicht im Geringsten.
In punkto ‘Härte’, Direktheit und Gangstergehabe macht dem Altmeister des Genres keiner was vor. Sich mit einem solch geringen Ideenreichtum und einer derart durchschnittlichen Umsetzung aber in solch ein Rennen zu schmeissen (und dann auch noch davon auszugehen, eine echte Chance zu haben) ist illusorisch.
Curtis bietet auf Curtis zwar guten Gangsterrap, aber eben nichts besonderes.
Deswegen ‘nur’
4 von 5 Toastern





Tja, Kastenbrot ist immernoch in Berlin, also veröffentliche ich mal für ihn seine Kritik zum großartigen Kanye West Album „Graduation“. Unbedingt kaufen, ist ab 11. September im Handel!
Pfirsich

Summa cum Laude
(by Kastenbrot)
Mein Gott!
Wie lange hab’ ich auf dieses Album gewartet!
Seitdem ich im Trailer des Films Jarhead zum ersten Mal das Sample von Jesus Walks vernehmen durfte und damit zum richtigen Glauben bekehrt wurde!
Das war Anfang 2006!
Nun ist es also so weit. Ich stelle mich meinem Schicksal um herrauszufinden, ob mein Leben auch künftig einen Sinn hat.
Das erste was bei Graduation ins Auge sticht, ist das – verglichen mit anderen HipHop Veröffentlichungen der letzten Zeit – reichlich unkonventionelle Cover.
Der quietschbunte Manga-Style lässt erahnen dass sich Ye auch musikalisch weiterentwickelt hat.
Das „Intro“ Good Morning(immerhin 3:15 Minuten lang) stimmt mit sanften Schlagzeugen und leichten Gitarrenklängen auf ein für HipHop untypisches, jedoch höchst kreatives Meisterwerk ein. Die unzähligen Schul-Vergleiche bringen mich schon zu Beginn einerseits zum schmunzeln, zeigen andererseits aber auch, welche Erwartungen Mr. West selbst in dieses Album – seine „Dissertation“ – setzt.
Track Nummer Zwei führt den Style des Intros fort, ist dabei jedoch um einiges flotter und rhythmischer. Nichts desto Trotz macht auch Champion Spaß und zeigt dem geneigten Hörer wer der Chef im (Schul-)Haus ist!
„…tell me what it takes to be number one…“?
Diese Musik!
Bereits der dritte Track ist mit abstand die beste und energiegeladenste Nummer des Albums.
Stronger !
Da zu genüge bekannt aus Funk und Fernsehen, ist es überflüssig allzuviele Worte darüber zu verlieren. Das Daft Punk- Sample von Harder, Better, Faster, Stronger, Kanye lyrisch und flow-technisch in Höchstform und das wahrscheinlich beste Video der HipHop Geschichte. Großartig!
Die Nächsten beiden Tracks, I Wonder und Good Life (Ft. T-Pain) sind mit die Besten Titel des Albums, wenn auch eine gewissen Ähnlichkeit nicht von der Hand zu weisen ist! Beide bauen auf kräftige, aber nicht aufdringliche Schlagzeuge und einen fetten Orchestal-Beat.
Can’t Tell Me Nothing kommt da wesentlich smoother und ruhiger daher.
Es kommt langsam durch, dass es Kanye orchestrale Untermalungen angetan haben. Das wirkt jedoch nicht aufdringlich oder einfallslos. Graduation schafft perfekt den Spagat zwischen kredibiler und handfester HipHop Kost und kreativer und unkonventioneller Urban Music.
Dann doch noch eine(ich möchte das Wort „Enttäuschung“ für dieses bisher so gelungene Album nicht verwenden) unvorhergesehene Qualitätsminderung:
Barry Bonds aufgrund des leicht eintönigen und aufgedrehten Beats und Lil Waynes unterdurchschnittlich gerappten Part, sowie Drunk And Hot Girls wegen des abturnenden Styles, sind die Schlechten Lieder des Albums. Daran kann leider auch Mos Defs Mitwirken nichts ändern.
Gott… ich meine Kanye sei dank bleiben das aber die einzigen „Ausfälle“ auf Graduation.
Die Tracks Flashing Lights (Ft. Dwele) und Everything I Am sind die gechilltesten Lieder des Albums.
Während Flashing Lights mit einem angenehm dröhnenden 80er-Synthy-Sample aufwartet, hat es mir bei Everything I Am vor Allem die stimmige Piano Begleitung angetan. Dabei gerät der leicht melancholische Blick auf Ye’s Leben fast ins Hintertreffen.
Allgemein fällt mir die Themenvielfalt auf Graduation auf. Wo andere Künstler über Bling und Bitches rappen, denkt Kanye über sich, sein Leben und seine Umgebung nach( Auch wenn der Selbstbezug weitestgehend im Vordergrund steht… ).
Während The Glory und Homecoming(mit tatkräftiger Unterstützung von Chris Martin) wieder Tempo ins Spiel bringen, bildet Big Brother einen monumentalen Abschluss für das beste HipHop Album des Jahres.
Big Brother ist ein Tribut an Kanye’s ROC-Chef und musikalischen Ziehvater Jay Z und steht damit in der Tradition von Hey Mama, das er 2005 seiner Mutter Donda West widmete.
Ist Graduation das erhoffte und lang ersehnte Meisterwerk geworden?
JA!
Das bringt mich zu folgender Frage:
Wie kann man ein solches Meisterwerk gebührend bewerten?
Um das zu beantworten, werde ich den Meister persönlich zitieren:
„Als ich mein Album fertiggestellt hatte, war ich sicher, dass mir alle Journalisten fünf Punkte geben würden. Nein: Eigentlich dachte ich, sie müssten einen sechsten Punkt für mich erfinden.“(Interview: Juice, Ausgabe 8 – 2004)
Euer Wunsch sei mir Befehl, Meister:
6 von 5 Toastern !







Zeitlos mittelmäßig
(by Kastenbrot)
Prinz Pi(ehemals Prinz Porno) ist back!
Schon wieder…
Nachdem der berliner Rapgott 2006 sein in Sachen qualität und quantität rekordverdächtiges Album Donnerwetter veröffentlicht hat, steht uns mit Zeitlos bereits der zweite Lückenfüller ins Haus, der den Fans die Wartezeit bis zum nächsten Meisterwerk(das für März 2008 angekündigte Album Der Thronfolger) verkürzen soll.
Der erste Teil dieser Überbrückungs-strategie – das Streetalbum Das Prinz IP Prinz Pi Volume 1 – hatte trotz einiger Schwächen viele gute Tracks zu bieten und war unter derm Gesichtspunkt des Lückenfüllens gesehen ein mehr als akzeptables Album.
Entsprechend hoch waren die Erwartungen an einen Nachfolger.
Zeitlos fängt enttäuschend an.
Der Introtrack Wolken Vor Dem Mund ist weniger beat-technisch, aber auf jeden Fall lyrisch eine Unverschämtheit!
Pi hackt seine rhymes ab. Allerdings nicht so überlegt und gekonnt wie Altmeister Kool Savas. In seinem Fall hört sich das einfach nur unbeholfen an.
Naja. Vielleicht geht es ja etwas besser weiter.
Erstaunlicherweise Ja:
Ausser Kontrolle 2007 ist gut eingerappt und passt ausgezeichnet auf den synthi-beat. Es geht doch!
Die nächsten drei Tracks(Alles Nur Geklaut! 2007, 1996 Jubilaeum 2006 und Chartbreaker 2007 (Feat. Kobra)) sind allesamt ordentlich. Selbst das Mitwirken von Kid Kobra fällt weniger negativ auf als sonst. Obwohl das Jubiläum durch seinen fetten Beat herraussticht, ist keiner der Tracks ein Hit.
Dann das erste Leuchtfeuer:
Homie Hymne 2007 – eine Hommage an den Westberliner Untergrund – ist abwechsulgsreich und flowt rund durch.
Das darauf folgende Mein Leben 2007 ist nicht minder gut. Zwar ist die Thematik ähnlich(mittlerweile wissen wir alle dass er Untergrund ist, jaha!), trotzdem ist Mein Leben ein guter HipHop Track!
Aber moment. „Mein Leben“… kenn ich den Titel nicht?
Dem informierten Prinz Porno Fan(oder jedem der in der Lage ist, das „2007″ hinter jedem einzelnen Titelnamen zu interpretieren) ist mittlerweile aufgefallen: Zeitlos ist als Remixalbum konzipiert. Das heisst, dass alles so oder so ähnlich schon da gewesen ist. Prinzipiell habe ich nichts gegen Remixalben.
Kool Savas’ Die Besten Tage Sind Gezaehlt gehört zu meinen Lieblingsalben, der Remix zu Till ab Joe zu meinen all time favorites.
Schmerzhaft für die Fans wird es allerdings wenn man echte Klassiker schamlos auseinandernimmt, lieblos neu einspielt und sich dann auch noch traut das ganze nicht sofort zu löschen und nie wieder darüber zu reden.
Damit meine ich Track 9. Reiche Kinder 2007.
Der Track Reiche Kinder / Arme Kinder aus Erste Liga ist eines der unangefochten besten Lieder, die Pi jemals gemacht hat.
Diese „Neuinterpretation“ jedoch spottet jeder Beschreibung. Ich kann kaum sagen wie enttäuscht ich war als ich es zum ersten Mal gehört habe.
16bit Vs PS3 und Ausgang (Feat. Jonarama) sind auch nicht bedeutend bessere Tracks geworden.
Doch sofort werde ich wieder mit Liebes Lied 2007 wieder versöhnt. Dass Rapper normalerweise nicht gut daran tun, Liebeslieder zu machen, wissen wir spätestens seit Bushido’s Schmetterling. Doch hier hört sich die Liebeserklärung an seine Freundin nicht gekünstelt oder unehrlich an. Das dürfte hauptsächlich daran liegen, dass alles was Pi erzählt auch wirklich so passiert ist.
„…Ich weiss du bist enttäuscht davon, dass ich wieder rappen muss…Ich versprach dir, dass ich die Musik an den Nagel häng’ …“
Die letzten erwähnenswerten Tracks sind Willkommen In Berlin (Feat. Boba Fettt) und Zeichen Der Weisen 2007 .
Während Willkommen In Berlin eine gut produzierte und in wohl gewählte Worte verpackte Liebeserklärung an die Hauptstadt ist(wie schon Berlin große Liebe von Donnerwetter), erinnert Zeichen Der Weisen mich an die guten alten Tage von Prinz Porno. Der einzige Track des Albums, in dem er das alte Thema der Verschwörungstheorien und totalem Unsinn wieder aufnimmt, ist mein persönlicher favorit. Wer Morgens oder Keine Liebe mag, weiss wovon ich rede.
Den Abschluss von Zeitlos bildet der Bonustrack Totentanz. Dieser tut mit seinem jazzigen Sample nach all der Tristesse gut, auch wenn der Text teils recht schief eingerapt ist.
Obwohl Zeitlos teilweise gut gerappt und großartig produziert ist, kann ich mich nicht wirklich dafür begeistern. Pi hat einfach zu viele Patzer fabriziert, die die vielen durchschnittlichen und wenigen guten Songs des Albums mit herrunterziehen.
In Anbetracht der Tatsache dass es sich bei dem Künstler dieses „Machwerkes“ um Prinz Porno(DER Prinz Porno!) handelt, vergebe ich in nostalgischer Gutmütigkeit
3 von 5 Toastern






Jein !
(by Kastenbrot)
Es ist mal wieder Sammstag Nachmittag und man hat nichts zu tun. Hm … was machen wir denn da? Normale Menschen würden sich einen Film anschauen, Musik hören, ein gutes Buch lesen!
Pharrell Williams produziert ein Album. In My Mind heisst das gute Stück, das trotz langjähriger Produktionstätigkeit, das erste Solo-Album von Pharrell ist.
Schwubbs das Ding In My Cd-Player getan und die Ohren aufgestellt.
Track Eins: Dass Gwen Stefani gut aussieht, wusste ich schon vorher, dass sie aber auch Musik macht?
Aber im Ernst: Can I have it like That verleitet spontan zum Kopfnicken und Mitsingen (Insofern man den Text kennt). „Can I have it Like that„? Du kannst, Pharrell !
How does it feel, reisst mich jedoch allzu unangenehm aus meiner guten Stimmung heraus. Die hektisch zusammengemischten Posaunen und Drums harmonieren nur wenig miteinander und sorgen dafür, dass der schlechteste Track des Albums entsteht.
Raspy Shit wiederum ist mit seinen jazzigen Samples einfach nur cool. Auch wenn es bei derart vielen Bässen und Nebengeräuschen schwer fällt sich auf den Text zu konzentrieren.
Texte sind auf In My Mind so wie so eine Sache für sich. In 50 Prozent der Fälle versteht man Pharrell aufgrund der übertriebene Bässe oder wegen seinem Genuschel nicht, der Rest scheint ausschließlich von Frauen zu handeln. Schön und gut, nach 1 Std 4 min, ist das Thema allerdings weitestgehend ausgereizt.
Aber zurück zum Album. Es scheint mir als gäbe es exakt Zwei Arten von Songs:
Smooth und Orchesterlastig produzierte Chillout-Tracks und schnellere, Schlagzeuglastigere Stücke.
Zur den durchschnittlicheren Tracks der ersten Kategorie würde ich You can do it too, Take it Off und That Girl zählen. Beattechnisch unterscheiden sie sich nicht sonderlich und thematisch ist auch kaum ein Unterschied feststellbar.
Ausnahmen bestätigen die Regel, und so ist Number One
featuring the Louis Vuitton-Don, Kanye West einer der Besten Tracks. Mr. Wests Stimme ergänzt sich perfekt mit Pharrells gesungener Hookline und dem chilligen Beat, der abermals Posaunen, Pianos und und -diesmal nicht so penetrante- Drums in sich vereinigt. Definitiv meine Nummer Eins!
Keep it Playa läutet mit Hilfe von Slim Thug die besseren Tracks der Zweiten Kategorie ein und bietet Rhytmus pur!
Young Girl / I really like you vereint gleich Zwei Lieder, mit Zwei Beats und Einem Thema in sich. Featuring Jay-Z? Da kann nichts schief gehen.
Weiter also zu Baby (feat. Nelly). Der nüchterne Schlagzeug-Beat, der teilweise von Gitarren-Riffs und Orgel-Sounds unterstützt wird , bietet die Grundlage der Nummer Drei der passabelen Tracks aus Kategorie Zwei.
Auch hier gibt es wieder einen Track der herraussticht. Angel hat – mehr oder weniger – eine Geschichte zu erzählen und ist das am höchsten gesungene Lied des Albums. Sauber produziert, besteht der Beat hauptsächlich aus Pianos und Orgeln. What a surprise! Trotzdem alles richtig gemacht! Den Refrain habe ich immer noch im Ohr…
Der Letzte Track, Skateboard P presents: Show you how to hustle(feat. Lauren) (der Track heisst wirklich so), ist ein unrühmliches und mit überzüchteten Orgeln maltretiertes Ende für ein äußerst fragwürdiges Album.
Allgemein wirkt In My Mind unfertig.
Zeitweise habe ich das Gefühl, Pharell hat das gerade am schnellsten zur Verfügung stehende Sample für seine Beats genommen. Es ist ein durchschnittliches HipHop Album. Jedoch nicht von einem durchschnittlichen HipHoper, sondern von Pharrell!!
Pharrell Williams! Der Neptune!
Dieser Mann hat bereits Snoop Dogg, Beyoncé, Justin Timberlake, Mystikal, Jay-Z, Nelly und (leider auch) N’Sync und Britney Spears zum Erfolg produziert. Da hätte Ich mehr erwartet. Deswegen nur
3 von 5 Toastern






The artist formerly known as…
(by Kastenbrot)
Wohl kaum ein HipHop Album wurde in letzter Zeit so arg erwartet wie P.Diddys Press Play.
Kaum die Scheibe aus der packung genommen folge ich der im Titel genannten Aufforderung und bin nach rund 1Std 20min überrascht. Die einzige Frage die noch offen bleibt: positiv oder negativ ?
Testimonial, vom Booklet als Intro abgetan, erweist sich als euphorischer Auftakt-Track dar. „You are now listening to the sound of the World’s Famous. You know my name…“ . Definitiv tuen wir das, Mr. Puff Da … P. Didd … ich meine Diddy! Trotz dem austauschbaren Text überzeugen der Synthi-Beat und Diddy’s Stimmlage.
We Gon’ Make it überrascht mit einen angenehm lockeren Orchester-Sample, verärgert jedoch mit Jack Knights Stimme in der Hookline.
Auch bei I Am (Interlude) fällt mir als erstes der synthilastige Beat auf. Dass der Track kein Track ist und gerade ein mal bescheidene 1:46 dauert, enttäuscht.
The Future gibt sich mit dem kontinuierlich brüllenden Mob wie eine Beschwörungsformel. Die Kontinuität verleitet zwar zum Kopfnicken, allerdings nicht für lange.
Na ja, vielleicht ist der nächste Track eine Offenbarung…
Nein! Hold Up nervt von der ersten Sekunde an. Überflüssige Warp-Sounds und das ewige „Hoooooold Up, up, up, up, up, up, uuuuhuup…“ geben dem Lied den Rest.
Dann doch noch die erhoffte Offenbarung: Come to me !
Mit tatkräftiger Unterstützung von Pussy Cat Dolls- Frontfrau Nicole Scherzinger hat Diddy einen soliden Clubtrack geschaffen, der gleichermaßen Musikhörer und Tanzflächenstürmer anspricht.
Da wähnte ich Press Play bereits überm’ Berg, da kommt das:
Tell Me! Was in Come to me grandios funktioniert hat, missling hier umso mehr. Fans mögen mir verzeihen (oder besser doch nicht), aber Christina Aguilera ist nicht „HipHop“ und sollte auch nicht in selbigem mitwirken!
Wie ich es bereits gewöhnt bin, reihen sich Hochs und Tiefs auf Press Play dicht bei dicht.
Wer dieses Prinzip verstanden hat, kann hier eigentlich aufhören zu lesen und weiter zu meinem Fazit gehen.
Der Achte Track ist wieder eine absolute Bombe. Wanna Move ist großartig produziert, basslastig, fett! Die vertretenen Gäste( Big Boi Outkast, Ciara und Scar ) sorgen für die mittlerweile nötige Abwechslung.
Dann erlebe ich einen Kulturshock sondersgleichen. P Diddy Rock geht trotz revolutionärem Konzept ( Ja, ein Synthi-beat!!) und TIMBALAND Feature ordentlich in die Hose.
Das dann folgende Claim My Place (Interlude) featuring Avant beruhigt dank des Pianos, ist aber nichtssagend und Inhaltslos.
Und schon wieder ist eine Wellenbewegung zu verzeichnen:
Die nächsten beiden Tracks, Everything I Love ( featuring Nas & Cee-Lo ) und Special Feeling ( featuring Mika Lett ) gehen wieder den Anderen Weg. Gut produziert, gut gerappt, SO macht man Musik!
Wer hätte es vermutet, mit Crazy Thang(Interlude) featuring S. Rosete und After Love ( featuring Keri ) folgen abermals zwei eher schlechte tracks.
Was mich an Crazy Thang besonders stört, ist das großartige Swing-Sample. Warum daraus kein vollwertiger Track ( 1:15 ) gemacht wurde, weiss wohl nur Gott.
Trough the Pain mit der Singstimme von Mario Winans, ist der letze Höhepunkt auf Press Play. Über hoch singende Männer kann man denken was man will, dieser Track jedoch verschmelzt ein melancholysches Synthi-Theme mit Mario Winans Schmalz perfekt zu einem dröhnenden und doch sehr gechillten Song.
Die letzten vier Songs, Tought you said(featuring Brandy), Last Night(featuring Keyshia Cole), Making it hard(featuring Mary J. Blige) und Partners for Life(featuring Jamie Foxx), sind allesamt Synthesizer-bestimmte, flach produzierte und lustlos eingesungene Tracks, die eher wie Platzfüller wirken, denn als unverzichtbare Perlen der Musik-Historie.
Nanu? Kein Outro? Nach Drei „Einschüben“(Interludes), scheinen die schlechten Ideen ausgegangen sein…
Fazit:
Sicherlich, auf Press Play sind viele namhafte Features vertreten. Glasklar produziert und Diddy-typisch cool ist es teilweise geworden. Aber auch gut? Nun, Puffy distanziert sich mit seinem neuesten Werk endgültig aus der Rige der „nur HipHop“ Artists. Das hat Zwei Effekte:
Einerseits entstehen so einige großartige Genre-überschreitungen, andererseits werden viele Chancen verpasst und anstatt solider HipHop Tracks seichte Pop-Rap-Crossover Titel abgeliefert.
Hätte Herr Combs noch ein wenig länger an seinem neuesten Werk gearbeitet und nich dermaßen viele Synthis eingesetzt, sich auf halb so viele, aber bessere Tracks konzentriert, wäre das Album mit Sicherheit groß heraus gekommen. So wird es wohl oder übel im Mülleimer der Geschichte versinken.
Wegen des verspielten Potentials gebe ich wohlwollend allerdings nur
2,5 von 5 Toastern!






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