
„20 % auf Qualität“
by Kastenbrot
„Ihr habt lang’ genug gewartet, dass ein Album erscheint!“ – Ach ne… das war was anderes. „Ich reduzier’ mich auf das Minimum!“ – schon eher. Denn das muss vorab gesagt werden: Mit seinem mittlerweile 10. Studioalbum erreicht der Prinz weder quantitativ – was jedoch bedeutend schlimmer ist – noch qualitativ das Level der Vorgängeralben.
Anfangs ist davon jedoch wenig zu hören. Neopunk beginnt mit einem Paukenschlag.
„Super Seiajin“ ist fett produziert und strotz nur so vor mächtigen Wortspielen und ‘Dicke Eier Gehabe’ – ohne dabei jedoch auf das intelektuelle Niveau der Berliner Rapkollegen zu sinken.
Kaum anders verhält es sich da bei „8 Bit Untergrund„. Auch hier fällt als Erstes der untypisch basslastige Beat und die vergleichsweise harten Lyrics auf.
Schon jetzt ist klar: Neopunk ist kein übliches Prinz Porno Album.
Spätestens bei Track #3 wird das dem geneigten Hörer klar.
Man mag von der „Elektrowelle“, die gegenwärtig die Rapszene durchzieht denken, was man will – aber jedem Traditionalisten und Pornofan der ersten Stunde werden bei „Gib dem Affen Zucker“ die Tränen in den Augen stehen. Man kann es nicht anders sagen: Dieser Beat ist Techno der allerschlimmsten Sorte!
Na gut. Mal was anderes. Schließlich kommen experimenteller gestaltete Alben nicht immer schlecht an, wie man an Lil Waynes „Tha Carter III“ oder dem inzwischen legendären „Graduation“ von Rapgott Kanye West sehen kann.
Wer derartig gutmütig auf dem Album weiterhört, wird sogleich mit einer schallenden Ohrfeige belohnt.
„Nerdhymne„, „Schlag Die Faust Gegen Die Wand“ (feat. Casper) und „Affen an Die Macht“ sind gleich drei schlechte Tracks in folge. und bilden den hörerlebnis-technischen Tiefpunkt auf Neopunk.
Der nächste uneingeschränkt hörbare Track ist zugleich ein (meiner meinung nach DAS) Highlight des Albums. In „2030“ besinnt sich der Prinz auf alte Tugenden und kritisiert die gegenwärtige Gesellschaft mit reichlich Wortwitz und Eloquenz. Bei dem Versuch sich auf die witzigen Reime über die Aushöhlung demokratischer Institutionen, Umweltzerstörung und den gesellschaftlichen Verfall, zu konzentrieren, könnte man fast überhören, dass 2030 auch der am besten produzierte Track der Platte ist. Klavirsamples, smoothe Bässe und eine Melodie (die ich bei einer Vielzahl der anderen Nummern schmerzlich vermisst habe!) lassen Hoffnung aufkommen.
Tragischerweise ist 2030 auch der einzige Song auf Neopunk, der es eventuell(!) schaffen könnte, einmal in einer Reihe mit Klassikern wir „Würfel“ oder „Keine Liebe“ zu stehen.
Überraschend positiv geht es mit „Aschenbecher“ weiter. Wieder eine smoothe, ruhige Produktion; wieder tolle Lyrics. Die Atmosphäre, die hier erzeugt wird, erinnert an die goldenen Zeiten von „Dunkle Sonne“ oder „Fluch der Besten“ – wird jedoch sonst nicht wieder erreicht.
Erwähnenswert sind nur noch zwei Tracks.
Da wäre ein mal „Schaedelficken“ (feat. Biztram).
Mir geht das nicht leicht über die Lippen (oder eher die Finger) – aber eine solch unterirdische Qualität was Produktion, Flow und selbst Lyrics angeht, bekommt man großteils nicht mal bei den Kollegen von Aggro Berlin zu hören! Ein absolutes „No Go“ um es in der Sprache der GNTM-Juroren zu sagen.
Umso unverständlicher wird dieser Totalausfall, wenn man beachtet, dass das überdurchschnittliche „Wir Bleiben Immer Anti“ ebenfalls ein Biztram Feature enthält. Zwar ist der flow hier ebenfalls missing in action, dafür punktet Pi hier mit witzigen Lyrics („Ich sag’, Mr.Nice war mein Ziehvater, und ich will 20% auf alles, auch auf Tiernahrung“ / „Dieter mach’s wie Rubbelloskäufer, los, kratz’ ab„) und einem funkigen Beat.
Abschließend kann man sagen, dass Neopunk eines der wohl schlechtesten Alben von Prinz Pi ist.
Die wenigen Highlights (8 Bit Untergrund, 2030, Aschenbecher) können nicht über die erschreckende Mittelmäßigkeit der Meisten Tracks (z.B. Kann Es Sein, Bevor Ich Aufschlage, Ein Bizchen Mehr) und die fatalen Totalausfälle (z.B. Nerdhymne, Affen an Die Macht, Schaedelficken) hinwegtäuschen.
Egal wie oft man das Album auch mit gutem Willen durchhört, es bleibt der Eindruck, der Prinz hat sich dieses mal tatsächlich auf das Minimum reduziert – dabei jedoch keine 20% hingekriegt. Die kriegt wie wir wissen nur Chuck Norris.
3 von 5 Toastern





Anmerkung: Wurde um 1 Toaster von 2/5 aufgewertet!

35 comments
Comments feed for this article
Sonntag, 26. Oktober 2008 um 21:13
ich
>.< was soll man da auch noch kommentiern,sonne unterirdischen blödsinnigen kritiken überkünstler die sich gott sei dank noch weiterentwickeln brauch niemand, niemand …niemand? ja niemand also dich brauch niemand und such dir n hobby
Sonntag, 26. Oktober 2008 um 21:18
kastenbrot
heute geführte unterhaltung:
ikke: wer soll das lesen?
pfirsich: 28,271 hits
^^
so viel dazu.
das is ja shcön, dass du auch ne meinung hast die niemanden interessiert, aber es gibt keinen grund so agressiv zu werden. wenn du dir kritik schlecht findest oder einwände hast dann sag das ganz einfach!
btw.. du treibst dich auf SOLCHEN seiten rum.. wer braucht hier n hobby
lg
Sonntag, 26. Oktober 2008 um 21:21
Pfirsich
@ „ich“ (Wassn praller Einfall für nen Nickname): Wie wärs für dich mal mit nem Hobby. Ich häte da an nen Kurs in „logischem Satzbau“ und „Grammatik“ gedacht.
Zum Thema weiterentwickeln:
Die Weimarer Republik hat sich auch weiterentwickelt.
Und ich muss Kastenbrot mit seiner Kritik rechtgeben, das Album is wirklich alles andere als Pralle. Und Prinz Pi war ja noch nie ein Flowgott, aber was hier teilweise abgeliefert wird…
Da ist es gut, das es wenigstens noch ein paar Tracks gibt, die keine totalen Abstürze sind, wie „Super Saijajin“ oder „Kann es sein“.
Mittwoch, 29. Oktober 2008 um 14:14
Speculumundi
@ kastenbrot, gut dass du hier deine Meinung äusserst, doch da musst du mit Kritik rechnen. Von daher auch etwas unverständliche Kritik wie z.B. von „ich“. Auch dumme Menschen haben eine Meinung, was so ziemlich die komplette Ideologie der heutigen Zeit erklärt.
Trotzdem kann ich dir nicht recht geben was deine Verteilung von gut und schlecht bei deiner Bewertung von Pi´s Tracks angeht.
Affen an die Macht und Schaedelficken sind wirklich keine guten Tracks, doch Nerdhymne ist meiner Meinung nach wirklich ein top Lied.
Kann es vll sein, dass du nur die Hälfte des Textes nicht verstehst?^^
Mittwoch, 29. Oktober 2008 um 14:25
kastenbrot
erst mal danke für deine moderate kritik ^^
also wie nerdig glaubst du bin ich ^^
zu deinem letzen punkt: ich bin nicht stolz drauf aber überleg dir mal… ich verbringe teile meiner freizeit damit einen dämlichen BLOG mit noch dämlicheren comics, kritiken etc. zu machen
was mich an Nerdhymne stört ist ein mal der beat den ich einfach unfassbar nervig finde ^^ ausserdem is der flow unter aller sau. inhaltlich find ich den song teilweise sogar ganz lustig. „Nur ein Spiel“ von kool savas zb. spielt auch mit allerlei pc game vergleichen, ist aber technisch und von der produktion her welten besser.
aber erst mal entspannen. ich hab mittlerweile die premium edition von neopunk gehört und es wird aufgrund der großartigen bonustracks wahrscheinlich noch eine aufwertung geben!
so long
Mittwoch, 29. Oktober 2008 um 16:15
Speculumundi
Ich habe Anfragen bekommen, in denen sich Leute wundern, in welcher Sprache „ich“ spricht und ob ich diesen Text nicht doch mal allgemein verständlich übersetzen könnte… xD
Also hab ich mich mal für euch hingesetzt, meinen Duden zur Hand genommen und das ganze auf Deutsch übersetzt.
„>.< was soll man da auch noch kommentiern“ ist noch zu verstehn, doch jetz beginnt „ich“ in einer höheren, für das gemeine Volk unverständlichen Sprache zu sprechen. Die Sprache ist von neologismus geprägt und enthält neu-deutsche Worte, wie z.B.:“sonne“. Was in dieser Sprache als „So eine“ gilt.
Kommen wir zum nächsten satz:“sonne unterirdischen blödsinnigen kritiken überkünstler die sich gott sei dank noch weiterentwickeln brauch niemand, niemand …niemand?“
Übersetzt heißt das: So eine unterirdisch, blödsinnige Kritik über Künstler, die sich weiterentwickeln (der neue beat usw) braucht Niemand.
Wie man aus dieser Aussage mit nur 2 Worten eine Frage machen kann, die nebenbei nicht nur verwirrend sondern dämlich erscheint ist mir bisher noch unklar. Ich und meine Forschungsteams arbeiten mit Huchdruck an dem Fall und werden euch natürlich bescheid geben wenn wir einen Erfolg erzielen.
Zum Schluss wird mit dem Satz: „ja niemand also dich brauch niemand und such dir n hobby“ die logische Schlussfolgerung erzielt, dass niemand kastenbrot braucht da niemand seine Kritik braucht.
Bravo „ich“.
Mittwoch, 29. Oktober 2008 um 17:06
kastenbrot
XD
für den comment kriegst du von mir 5 Toaster!!!
Freitag, 31. Oktober 2008 um 19:43
Chris
das ist eine meinung, die ich nicht im entferntesten teilen kann…mich hat es anfangs auch gewundert, welche stilrichtung pi jetzt einschlägt (zumal mit der universal geschichte), aber diese kritik ist meiner meinung nach haltlos! auf jeden fall sind die beats jetzt electro lastig und die lyrics ziemlich agressiv und auch anders als gewohnt, aber ich hab selten bessere (im sinne von:in sich stimmig) beats gehört und die lyrics passen wie die faust aufs auge! beispiel: gegen die wand…der beat ist die welle, die cas und pi ohne kompromisse surfen…2030 ist deep, selbstironisch, kritisch, zukunftsweisend und lyrisch genial abgerundet…affen an die macht: electro beat vom feinsten, name des liedes eine metapher mit sarkastischen hintergrund und allgemein ist der text wirklich eine so glasklare anspielung…dh eher ein faustschlag mit einem übergenialen refrain!…
auf die anderen tracks geh ich erst gar nich ein…bitte setz dich mit musik auseinander, die sich nicht nur im hip hop bereich abspielt und öffne somit ein wenig deine ohren und erweiter deinen horizont!
in diesem sinne: „kann es sein, dass du hier nicht rein passt! und wenn das stimmt, dann ist das hier vielleicht dein platz!“
Freitag, 31. Oktober 2008 um 20:06
kastenbrot
erst mal danke für deine kritik
wie du schon so treffend gesagt hast. es ist EINE meinung. und es freut mich dass es leute gibt die hier ernsthaft ihre meinung vertreten.
aber als „prinz pi fan der alten schule“ kann ich mit dem neuen konzept nichts anfangen. natürlich ist es immer gut, wenn sich künstler weiterentwickeln. und ich sage ja nicht dass das album der totale abschuss ist… aber im vergleich zu dem was man bisher gewohnt war und was ich mir vom neuen album erwartet habe finde ich das hier dagebotene zum großteil einfach nicht ansprechend.
trotzdem hoffe ich dass du uns weiterhin als leser treu bleibst
Samstag, 1. November 2008 um 0:16
Tommy*Gun
Anfangs war auch ich skeptisch was Neopunk angeht, mittlerweile rotiert das Teil schon die ganze Woche in meinem CD Player. Ich muss sagen, Pi hat sich wieder einmal selbst übertroffen. Man kann abfeiern und sich wie immer in gewohnt klugen Texten hinein versetzen. Bei „2030″ war ich sogar den Tränen nah (aus Freude und Faszination „Gehirnorgasmuss“). Auf die Idee zu kommen so einen Text zu schreiben und dann daraus so ein perfekten Track zu basteln, ist schon Wahnsinn.
Also inhaltlich gibt es nix zu meckern.
Die vom Techno angehauchten Beats sind „Mega“, „Gib dem Affen Zucker“ drischt gerade zu auf einen ein und ist auf jeder Party der „Überkracher“. Stellt euch nur mal die Crowd auf den Konzerten vor. Da muss man einfach abgehen. Ich würde Pi mittlerweile in die Stufe „Groenemeyer für endgekarteter Absturzkonsumenten“ stecken. Also Musik für Drogenabhängige Genies. Hat schon nicht mehr so viel mit Hip Hop zu tun.
Ich glaub jeder echte Pi Fan liebt Neopunk, und wenn nicht wird er es lieben lernen.
Samstag, 1. November 2008 um 10:48
Chris
ich stimm tommy größtenteils zu!
und @ Kastenbrot
ich bin genauso von der alten schule, ich hab auch mit beatfabrik angefangen (von wegen Doc Mabuse un so)! und tommy hat auch recht…sooo dicker hip hop is das au nich, ic hasse genre einteilungen…das is einfach ne verschmelzung aus mehreren stilrichtungen mit ner gehörigen protion risikofreude und heraus kam (für mich) etwas extrem gelungenes! ich teile pi’s meinung, wenn er sagt, dass hierzulande viel zu viele amerika kopieren will und nich die eier haben, selber etwas durchzuziehen!…und das is doch in dem kontext mal n dicker anfang!
Freitag, 7. November 2008 um 20:02
ksch
So mies find ich das Album nun nicht. Teilweise geb ich dir Recht, aber nicht bei allem. Ist aber auch geschmackssache. Naja dann hör dir mal lieber „John Bello Story Vol. 2″ von Savas an. Das find ich wieder richtig gut
Freitag, 7. November 2008 um 21:10
SISsnipe
Ma gaaanz ehrlich is ma was neues das Album und au überraschend geil die tracks die hier als “unterirdisch“ aufgelistet werden sind nach mehrmaligen hören richtig geil….also nich so schnell schlüsse ziehn sondern album kaufen paar mal hören und dann genießen
so siehts aus
Freitag, 7. November 2008 um 23:05
Los Lamos
Ich war auch erst nicht so zufrieden, kam mir ebenfalls alles wie etwas zuviel Elektro vor, aber nach ein paar mal hören wirds richtig gut – war bei mir zumindest so. Und ich finde gerade die Alben die erst nach einiger Zeit richtig sitzen, sind meist die besten.
Vielleicht hast du auch einfach bei all dem Ärgern über die Elektrobeats die Texte nicht mehr ganz so intensiv gehört, wie man sollte?
Zumindest einer meiner Lieblingsreime findet sich in einem Track, den du als nur als mittelmäßig beurteilst:
Sie häufen Schätze an,
weil sie vergessen haben,
dass man nur Erinnerungen nicht ersetzen kann
und alles andere nur wertlose Artefakte sind,
die in Museen der Zukunft Katalognummern in Akten sind.
Okay, vielleicht spricht das auch nur mich so an, aber „mittelmäßig“ find ich dafür doch recht hart. Und auch sonst gibt’s wieder einige Zeilen die im Kopf hängenbleiben. Also wer sich an den Beats stört, einfach mal auf die Lyrics konzentrieren – die sind mit Sicherheit nicht schlechter als sonst.
Freitag, 7. November 2008 um 23:54
Pfirsich
Also Leute, erstmal find ichs klasse dass ihr hier so deftig diskutiert.
Aber einmal muss ich kastenbrot verteidigen:
Ihr alle sprecht die Lyrics an, die nach wie vor einfach genial sind. Aber gegen die lyrics hat ja auch nie jemand was gesagt.
Mich stört genau wie kastenbrot die für ein Majorlabel miserable Beat- und Produktionsqualität. Ich denmke viele hatten wie ich darauf gehofft, dass Pi jetzt seine genialen Texte auch auf entsprechende Beats setzt, die endlich mal die Klasse von Aggro oder ersguterjunge besitzen – denn auch wenn ich mit beiden Labels nichts anfangen kann, muss man sagen dass die Beats einfach klasse sind.
Außerdem das Thema Flow: Pi war ja noch nie der überflower wie beispielsweise Savas, aber auf Neopunk sind teilweise Tracks wo das einfach unverschämt ist.
Warum mag ich das Album trotzdem lieber als vorher? Nunja, die bewertete Version waren nur die Myspace-Tracks, als wir das Album endlich bekommen haben, konnten wir in die Premium Tracks reinhören.
„Wir werden nie erwachsen“ hat sich mittlerweile noch vor „SuperSajajin“ zu meinem Lieblingstrack gemausert, „1 Leben lang“ ist auch genial und „7Sünden“ wirklich gut, obwohl es mich üpersönlich nicht so anspricht. Zum „Angsthasentwist“ sag ich jetzt mal nichts, Pi hat schon oft bewiesen, dass er keinerlei Händchen für Features hat. (Von Werken mit Seperate und oben genanntem „Wir werden nie erwachsen“ mal abgesehen).
Also, diskutiert fleissig weiter!
Euer Pfirsich
Dienstag, 11. November 2008 um 23:07
jec
meines erachtens hat er sieben suenden noch relativ geil hinbekomm wobei ich denk das basstard bei dem track eher den größeren einfluss hatte
Freitag, 14. November 2008 um 16:54
Michi
Für mich ist das hier eine sehr merkwürdige und auch unberechtigte Kritik.
Das Album heisst immerhin NEOPUNK. Wer da seichte, vor sich hindümpelnde Beats erwartet, scheint mit der Musikgeschichte der letzten 30 Jahre nicht vertraut zu sein.
Die Kritik scheint mir ein gutes Beisiel für die arrogante und unflexible Weltansicht eines Klischeeintelektuellen, für den Musik immer die Komplexität einer Beethoven-Symphonie haben muss, die Texte eine deepe symbolische Message vermitteln müssen und für den sich andere Kunst auf einem tieferen Niveau befindet.
In gewisser Weise untermauert der Verfasser der Kritik mit seinen Aussagen genau das, was NEOPUNK meiner Meinung nach bekämpfen will. Den dekadenten, narzistischen Status Quo.
Es ist halt definitiv kein Album für HipHop-Dogmaten.
Oder um es nach KIZ zu sagen: Wenn ihr glaubt, Pi sei immernoch der 90er Jahre Untergrund-Star, schliesst euch in euerem Keller ein, hört TMHS und bildet euch ein, ihr hättet ihn für euch alleine.
Affen an die Macht!
Freitag, 14. November 2008 um 20:04
Pfirsich
Also ich find jetzt deine Kritik an unserer Kritik sehr merkwürdig^^
Also Die Komplexität einer Beethoven Symphonie muss ein HipHop Beat sicher nicht haben, ganz im Gegenteil: Bei den Beats dieses Albums vorherrschend sind oft „Zu viele Noten“ um mal mit Kaiser Franz zu sprechen. Und mir kommt es eigentlich Klischeeintelektuell vor sich von dieser Kritik auf einmal auf Beethoven zu beziehen, noch dazu den ohne a. Außerdem zeigen allein das benutzen der Wörter „narzistisch“ und „Status Quo“, dass hier jemand wohl mit seiner großen Eloquenz punkten will…^^
Und alleine dass wir nicht nur Pi sondern auch z.b. KIZ oder Kool Savas und ab und an auch mal Bass Sultan Hengzt hören dürfte jawohl beweisen dass wir nicht nur auf die Texte achten.
Von Pi sind wir einfach Beatmäßig besseres gewohnt, und ob das jetzt revolutionär ist oder nicht: Die Produktionsqualität ist teilweise einfach unter aller Sau.
Und ich hatte Pi eigentlich mehr als den Rap-Gott von 2005 und 2006 in Erinnerung, nicht als 90er Jahre Untergrund-Star.
Um mit KIZ zu sprechen: „Wir brauchen Promo zünd den Reichstag an – Wer bringt jetzt Rap zu den Dreißigern?“ Denk mal drüber nach.
Freitag, 14. November 2008 um 20:48
kastenbrot
ok.. ich lass mich vieles nennen. *rschloch, Penner, „Geh runter von Mir“ etc.
aber INTELEKTUELL???
das geht zu weit!! ^^
zu deinen punkten:
ich muss auch sagen dass ich deine kritik nicht 100% verstehe bzw. dass ich deine argumentation etwas wackelig finde. aber seis drum. die kritik ist – wie ich oben bereits erwähnt habe – nur MEINE meinung.. und ihr könnt und sollt sogar auch eure mitteilen!
was mich interessieren würde ist, wie du auf die beethoven geschichte kommst. musik muss nicht komplex sein. aber gut.
und das meiste was ich auf neopunk zu hören bekomme gefällt mir einfach nicht.
das heisst jedoch weder dass ich ‘einfachere’ arrangments nicht mag oder dass ich etwas gegen electro beats habe. falls dir „morgens“ etwas sagt… das ist so ziemlich mein lieblings lied von pi. und das ist ja auich nicht unbedingt das was man „komplex“ nennen würde.
Samstag, 15. November 2008 um 12:19
Michi
Den Hinweis auf Eloquenz nehm ich jetzt mal als Kompliment wahr. Ich werde mich zukünftig bemühen, dich mit meiner Sprache nicht mehr zu irritieren.
Was mich jedoch an eueren Kritiken nervt, ist die Tatsache, dass ihr das Ganze nur aus der Perspektive des „mit Hip Hop vertrauten Mitzwanzigers“ beurteilt. Oder anders gesagt, ihr messt das Album nur mit seinen alten Produkten.
Ich kann zwar akzeptieren, dass der neue Sound von Biztram nicht jeden anspricht, von unterirdischem Produktionsniveau kann hier jedoch wirklich nicht die Rede sein.
Wärt ihr den glücklich, hätte Pi auf NEPUNK die gleiche Musik wie auf Donnerwetter geliefert?
Bedenkt doch auch mal, welcher Lebensstil hier angesprochen, beschrieben und kritisiert wird. Eben nicht der des „mit Hip Hop vertrauten Mitzwanzigers“ sondern der des abstürzenden Teenies ohne Zukunftsperspektive (Schädelficken als Paradebeispiel).
(NEO)PUNK ist doch Musik, die eben gar nicht durch musikalische Komplexizität und fein ausgearbeiteten Wortspielen punkten will, sonder durch eine kompromisslose, voll-in-die-Fresse vorgetragene Message.
Für mich ist NEOPUNK genau desshalb ein herrvorragendes Produkt, das den Zeitgeist punktgenau trifft, in sich schlüssig ist und dazu motiviert, selbst gegen die vorherrschende Dekadenz aktiv zu werden.
Samstag, 15. November 2008 um 17:39
Pfirsich
Nun, zuerst einmal irritiert hat mich an deiner Sprache nur, weil du uns hier als „Klischeeintelektuelle“ bezeichnet hast und selber in einer leicht übertriebenen Intelektuellensprache Kritik geübt hast.
Also ich nehme dein „Mitzwanziger“-Argument mal als Kompliment, da keiner von uns schon 20, geschweige denn ein Mitzwanziger ist du Genie^^
Ich dachte das hätten wir durch unsere teils mehr als kindischen Beiträge und Comics klar gemacht.
Ich wäre außerdem froh, wenn Neopunk etwas mehr wie Donnerwetter klingen würde, weil mir der Stil von Donnerwetter einfach viel besser gefallen hat. UNd auch wenn du zum hundertsten mal unsere Weltsicht kritisierst und Schädelficken als inhaltliches Beispiel für Pi’s neue Perspektive nimmst: Wir stören uns kein wenig an den Texten, sondern an den miserablen Beats!
Sonntag, 16. November 2008 um 23:40
Aqua
Neopunk kann Donnerwetter nicht als bestes deutsche Rapbalbum ablösen. Aber mehr is der Platte nicht vorzuwerfen.
ok, Gib dem Affen Zucker is auch nich so meins, aber pi hat in interviews gesagt dass der track als genau das konzipert war, was er ist: derber e-beat zum abdancen.
neopunk is sicher noch weniger eingängig als pi’s bisherige alben. aber ein guter pi braucht zeit und viele umdrehungen. wer pi kennt weis dass.
wieso hier songs mit grenzgenialen lines wie schädelficken (Nach dem biederen Familienabend ziehen die Kids mit Riesennasen /
bis ihre Synapsen platzen wie die Immobilien-Blase) als totalausfall bezeichnet werden bleibt mir verborgen.
neopunk rockt derbe.
Sonntag, 30. November 2008 um 17:12
Gerda
Leider muss ich dir in sehr vielen Punkten Recht geben. Traurig, dass Pi so kommerz geworden ist. Der Flow ist eher dürftig, die Beats auch eher mäßig. Nur, solche Tracks wie Nerdhymne oder Gib dem Affen Zucker sind typisch Pi, wie ich finde. So crazy shit zwischendrin um auch mal abzuspasten gab es schon immer!
Aber schade, dass das Album es nicht mal annähernd an die alten heranschafft!!!
Sonntag, 30. November 2008 um 21:47
Pfirsich
Endlich mal jemand der zumindest unsere grundsätzliche Meinung teilt.
Und zu allen die so denken wie Aqua: Wir haben niemals die Lyrics von Pi kritisiert! Aber wenn Beat & Flow scheisse sind, dann kann ich mir halt auch die Lyrics kaum noch antun.
Beispiel „Wir bleiben immer Anti“: Höre ich ab und an, wegen den Lyrics und dem wirklich guten Refrain. Aber der Flow suckt halt einfach mal derbe und geht mir übelst auf den Wecker.
Donnerstag, 4. Dezember 2008 um 10:25
Th3oZ
Ist denn jmd von euch auf dem Konzert morgen in Münster dabei? mal sehen wie sich die neuen Tracks da anhören… Also ganz ehrlich: ich freu mich auf Gib dem grünen Affen Zucker, denn das ist einfach die Partybombe, genau wie Affen an die Macht…
Ich teile eigentlich beide meinungen die heir vertreten werden… es ist einfach was neues… NEO halt… habs nicht so elektronisch erwartet, aber naja elektro gefällt mir auch, also whatever
Donnerstag, 4. Dezember 2008 um 17:06
Pfirsich
Wir wohnen leider nicht in Münster, aber wir sind auf einem anderen Konzert der Tour dabei
Dienstag, 9. Dezember 2008 um 11:54
Frank Drebin
Also wenn das Neopunkalbum einem nicht gefällt…ok!?! Kann ich verstehen! Aber man kann doch nicht sagen, es sei schlecht!
Es ist halt anders. Natürlich sind “Gib dem Affen Zucker“ und ein paar weitere Tracks nicht ganz so tiefgründig, aber hallo?!? Ich find die neue Schiene mit dem Elektrosound geil!
Dienstag, 9. Dezember 2008 um 18:39
Pfirsich
Wenn wir die Produktionsqualität unter aller Sau finden und den „Flow“ dazu, dann können wir aber nicht sagen das gefällt uns nicht, sondern dann müssen wir sagen das ist schlecht.
Außerdem müssen wir ja wohl nach irgendeiner persönlichen Bewertung unsere Toaster vergeben. Wir haben mehrmals gesagt und oben im Artikel steht es auch nochmal: Das ist nur unsere Meinung.
Dienstag, 9. Dezember 2008 um 18:47
Anonym
Is jetzt gut Pfirsich. Musst dich nicht immer rechtfertigen. Das Internet ist halt der falsche Ort um auf Schulterklpfen zu hoffen.
Dienstag, 9. Dezember 2008 um 21:37
Pfirsich
Ich versuch doch nur mit den Leuten hier zu reden, ich geh mal davon aus, dass hier niemand Comments reinschreibt, der sie nicht gelesen haben will.
Und wenn hier noch 100 Leute reinschreiben und ihre Meinung loswerden wollen, versuch ich drauf einzugehen und so gut wie es mir möglich ist zu antworten, mir macht das nichts aus
Oder ich sperr einfach Comments
Freitag, 20. Februar 2009 um 18:57
Peter
nachdem ich euere kommentare hier gelesen habe, muss ich euch einen dringenden ratschlag geben: kauft euch ab jetzt keine d-rap alben mehr. denn vermutlich hat pi mit der neopunk-musik den nächsten trend in der szene vorweggenommen. schnellere beats, kritischere textinhalte und mehr elektronische elemente wird man zukünftig sicher öfters hören.
nun zu eurer kritik an den beats: habt ihr euch schon mal überlegt, wie dämlich die texte von neopunk auf standard boom-tshack-beats wirken würden? DAS wäre dann wirklich lächerlich. und wieso zum teufel sollte er überhaupt nochmals solche musik machen, wenn es davon doch schon an perfektion grenzende musik von ihm gibt? ich finde ihr habt eine sehr konservative auffassung von hip hop, die in etwa der meiner heimatsszene entspricht. wahrscheinlich ist euch die schweizer hip hop szene nicht wirklich geläufig, aber hier ist es eben genau so, dass 99,9% der musiker in etwa die gleichen textinhalte und immer gleiche beats benutzen. wenn du also die musik von 2000 mit der von heute vergleichts, fallen dir weder merkbare unterschiede noch grosse entwicklungen auf. wenn ihr also nicht so verklemmt wie unsere szene werden wollt, solltet ihr etwas offener für neue sounds und styles werden.
Sonntag, 22. Februar 2009 um 21:45
kastenbrot
ich gebe dir absolut recht, dass neopunk als konzept nur so funktioniert, wie es ist. und mit deiner zukunftsprognose hast du sicher auch recht. man muss sich nur mal die amerikanische szene anschauen, in der seit einigen jahren auch das electro-gespenst umgeht (man siehe lil wayne, kanye west etc.). das stört mich auch gar nicht.
deichkind beispielsweise – die seit jeher auf elektronische soudns setzen – gehören zu meinen absoluten lieblings formationen. und auch das neue fettes brot album hat mir mit seinen elektronischen einflüssen (STROM und drang..) recht gut gefallen.
aber bei neopunk ist das anders. wie gesagt habe ich nicht vor irgendeinem künstler vorzuschreiben, was er zu tun hat! und es ist selbstverständlich auch wichtig, dass sich künstler weiterentwickeln und ihren stil verfeinern. aber neopunk ist in meinen augen – abgesehen davon, dass es von den tugenden eines prinz pi abgerückt ist – einfach kein hervorragendes album…
pi ist mein lieblings mc aus deutschland und entsprechend habe ich auf das release von neopunk hingefiebert. im endeffekt ist das aber natürlich geschmackssache. abgesehen davon, finde ich es unfair zu sagen, dass ich nicht ‘offen’ für neues bin, nur weil mir dieses album nicht so gut gefällt. naja..
über die schweizer szene kann ich leider nichts sagen ^^ kenne nur ‘wer hatz erfunden’
Mittwoch, 4. März 2009 um 18:26
Peter
„wer hatz erfunden“ kann jedoch leider nicht als repräsentativ für die szene gelten. wenn du die compilation „ich lebe für hip hop“ kennst, weist du wo wir entwicklungs-technisch momentan ungefähr stecken. jedenfalls kann ich deinen einwand so akzeptieren, musik bleibt hoffentlich auch weiterhin geschmackssache. ganz aufgeben tu ich dann doch noch nicht: hör dir das album immer wieder mal an und es wird dir (höchstwahrscheinlich) immer besser gefallen. so wars jedenfalls bei mir und vermutlich ettlichen anderen auch. immerhin, und das scheint mir in der hiphop-online-comunity doch erstaunlich, kann man in diesem blog noch über musik debattieren, ohne gleich von halbstarken homophoben spackos beleidigt zu werden. so muss es sein!
Sonntag, 16. August 2009 um 1:36
madd
Also die Kritik da oben ist wirklich Mist.
Für solche Leute kann kein Künstler gute Musik abliefern.
Irgendwas gibt es doch immer zu meckern…o das gefällt mir nicht , oder o welch grausamer Beat.. usw.
Deine Mitmenschen leben nicht um dich perfekt zu belustigen und zu unterhalten. Versuchs doch selber einmal ein Lied zu produzieren…Ich wette viele Personen werden es schlecht finden…Just think about it
Sonntag, 16. August 2009 um 4:35
Pfirsich
Oh je, ich dachte langsam wären die Diskussionen um diesen Post mal zu Ende…
Zum einen Leben meine Mitmenschen natürlich ausschließlich zu meiner Belustigung und Unterhaltung. Wozu wären sie sonst gut?
Und zum anderen ist der Sinn einer Kritik sich auch mal darüber zu äußern wenn man etwas begründet schlecht findet. Und meines Erachtens stehen oben genug Gründe für unsere Meinung. Und zu deinem Vorschlag: Wenn ich ein schlecht produziertes Album hören will, brauch ich doch selber keins mehr zu machen, dafür is Neopunk da
Es existieren verschiedene Meinung zu fast allem, nur ist meine Meinung nunmal einfach stets die richtige. Und alle anderen falsch.