No Country for Old Men
Regie-Oscar fürt die Coens. Zurecht? Zurecht.
by Pfirsich

Die Coen Brüder haben wieder zugeschlagen! Nach eher mittelmäßigen werken wie “Ein unmöglicher Härtefall” oder “Ladykillers” besinnt sich das Ausnahmeregisseurduo
wieder auf alte Werte und liefert mit “No Country for Old Men” einen (so viel sei schon mal verraten) hervorragenden Film ab.

Inhalt:
Llewelyn Moss (Josh Brolin) findet in der Wüste einen Koffer voller Geld. Direkt neben einer Bande toter mexikanischer Drogendealer. Er verschwindet vom Ort des Geschehens mit dem Geld und verweigert einem im sterben liegenden Drogenkurier seine Flasche mit Wasser. Doch zu Hause plagen ihn Gewissensbisse und er fährt in der Nacht mit einer Flasche Wasser zurück. Doch was findet er vor? Der vor einigen Stunden gerade noch lebende hat sich mittlerweile mittels “9mm-Express” in die ewigen Jagdgründe zurückgezogen und das offenbar nicht 100% freiwillig. Denn mit am Ort des Geschehens befindet sich außerdem eine Gruppe nicht ganz gut gelaunter Ganoven, die über den Verlust des Geldes nicht wenig entrüstet sind. Und nach einer kleinen Hetzjagd setzen diese auf Llewelyn den gewissenlosen Killer Anton Chigurh (Javier Bardem) an; doch der Vietnam-Veteran Llewelyn lässt sich nicht so einfach umbringen. Schnell ist die Frau in Sicherheit gebracht und eine Verfolgungsjagd durch Texas und Mexico beginnt. Doch dann wäre da noch Sheriff Ed Tom Bell (Tommy Lee Jones) der versucht, die von Chigurh verursachten Mordfälle aufzuklären.

Schauspieler:
Zu den Schauspielerischen Leistungen in diesem Film muss der Oscarverleihung nichts mehr hinzugefügt werden. Javier Bardem ist schlicht großartig als gewissenloser Killer und der eigentlich total unsympathische Llewelyn Moss wird durch Josh Brolins Leistungen zum tragischen Helden der ganzen Geschichte. Tommy Lee Jones bringt die Rolle des Hinterlandsheriffs in einem trostlosen Dorf, das auch gleichzeitig seine von Leerre zerfressene Gefühlswelt wiederspiegelt, großartig rüber. Und ganz zum Schluss hat schließlich auch noch Kelly Macdonald als Llewelyns Frau Carla Jean ihren großen Auftritt.

Kritik:
“No Country for Old Men” ist ein schlicht und einfach großartiger Film. Den Oscar für die beste Regie haben sich die Coens sicher verdient. Die Geschichte rund um den verschlossenen Llewelyn Moss ist spannend, tragisch und zieht einen spielend in ihren Bann. Dabei präsentiert sich Ex-Soldat Moss nicht als Kaninchen, dass von einem überlegenen Killer gejagt wird, denn beide Kontrahenten scheinen außergewöhnliche Fähigkeiten zu haben, auch wenn Anton Chigurh immer ein wenig überlegener erscheint. Aber man traut Moss durchaus zu, dass er den bösen Killer letztendlich doch noch erlegt. Und nebenbei verfolgt man den Sheriff, der eine Gemütlichkeit und Ruhe, aber auch Trauer ausstrahlt, die die aufregende Jagd der beiden anderen Hauptpersonen hervorragend kontrastiert. Was ist also mehr über den Film zu sagen als: “Klasse gemacht, ihr Coens. Weiter so!”

Fazit:
Einfach großartig. Muss man anschauen.

5 von 5 Toastern