I Am Legend
Legendär…
by Pfirsich

Bevor ich mich der Kritik des wohl bildgewaltigsten Films des Jahres zuwenden werde, muss ich dem werten Leser leider einen kleinen historischen Exkurs antun:
1954 veröffentlichte der Schriftsteller Richard Matheson sein Erstlingswerk, den Sci-Fi Roman „I Am Legend“ (dt.: „Ich bin Legende“ / „Ich, der letzte Mensch“). Der Schlug ein wie eine Bombe und wurde 1964 dann auch mit Vincent Price in der Hauptrolle zum ersten mal mit „The last Man on Earth“ verfilmt. Bevor wir allerdings zu der Verfilmung kommen werden, die heute hier Zweck dieses Eintrags ist, wurde der Schinken auch 1971 noch einmal mit Charlton Heston unter dem grausamen Titel „Der Omega-Mann“ auf Zelluloid gebannt. „I Am Legend“ ist also die dritte Filmwerdung des (vielen, aber mir als unbelesenem Mensch natürlich nicht) bekannten Buches.
„I Am Legend“ sollte allerdings schon viel früher erscheinen. Geplant waren unter anderem Ridley Scott und Michael Bay als Regisseur. Und Arnorld Schwarzenegger als (Achtung, Sparwitz meinerseits) „Last Governor on Earth“. Er hätte der Menscheit „Hasta la vista, Baby“ gesagt, und wäre mit „I’ll be back“ wohl der Einzige gewesen. Ja, ich glaube, ich habe heute einen Clown gefrühstückt. Glücklicherweise ist das alles allerdings nie passiert. Nun endet also unser kleiner geschichtlicher Ausflug, denn „I Am Legend“ wurde ja letztendlich doch mit Francis Lawrence als Regisseur verfilmt. Um eine bessere Vergleichsmöglichkeit zu haben, hat sich der interessierte Blogautor die aderen zwei Filme selbstverständlich angesehen und auch das Buch gelsen. Ich habe das nicht getan.

Inhalt:
Robert Neville (Will Smith) ist der Letzte Überlebende auf der Erde (Ja, daher hieß die erste Verfilmung auch „The last Man on Earth“). Tagsüber läuft er mit Hund Sam durch New York und sucht Nahrungsmittel, Benzin, etc. Außerdem leiht er sich gerne DVD’s aus und hat sich mittlerweile mit ein paar Schaufensterpuppen angefreundet, obwohl er sich immernoch nicht traut diese eine (Achtung: Wortwitz) sexy Puppe in der Videothek anzusprechen. Doch Robert Neville ist aus gutem Grund noch am Leben: Er ist immun gegen das Virus, das 90% der Menschheit tötete und den Rest in Vampire verwandelte, die Nachts durch die Straßen ziehen. Und so verbarrikadiert er sich Nacht für nach in seiner Wohnung und versucht, wenn er nicht auf der Suche nach oben genannten Ressourcen ist, ein Gegenmittel gegen das Virus zu finden. Gibt es noch etwas über Neville zu sagen? Ach ja er ist auch noch ein riesen „Shrek“ Fan.

Schauspieler
Erwartungsgemäß wird dieser Abschnitt heute mal etwas leerer ausfallen als sonst. Will Smith macht seine Sache hervorragend. Er schafft es, eine deratige Präsenz auf dem Bildschirm zu erzeugen, dass einem andere Schauspieler nicht fehlen. Doch auch der zweite große Hauptdarsteller, der Hund, macht seine ganz hervorragend. er spielt den Hund „Sam“ so perfekt, dass man ihm wirklich abkauft, er wäre ein in einer unwirtlichen Zukunft gefangener… naja… Hund. Enttäuscht bin ich von den Vampiren. Im Gegensatz zu den restlichen Spezialeffekten, die ganz hervorragend sind, wirken die vollständig animierten Vampire so schlecht und künstlich, dass sie mich zeitweise wieder in die Realität zurückreißen. Die Animationen wirken wie aus einem besseren PC-Spiel, und das ist meiner Meinung nach ein fast unentschuldbarer Fehler der Special Effects Abteilung. Böse Special Effects Abteilung!

Kritik
Was fällt einem beim Anschauen des Films als erstes auf? Die Bilder. Die Bilder des zerstörten und teilweise überwucherten New Yorks, die wirklich einfach großartig sind. Wenn man sieht, wie Will Smith mit seinem roten Sportwagen mitten in New York auf Antilopenjagd geht, dann ist man einfach sofort gefangen in diesem klasse Film. Zumindest bis dem armen Willi seine Antilope von einem Rudel Löwen abgejagt wird. Oder man sieht wie er auf der Tragfläche eines Düsenjets, der auf einem Fluzeugträger steht, ganz entspannt Golf spielt. Lediglich durch das Radio, das immer wieder Robert Nevilles Nachricht spielt, wird man immer wieder aus dieser Idylle herausgerissen. „Wenn da draußen noch irgendjemand lebt… Bitte…“. Doch nachdem fast eine Stunde lang der Alltag Nevilles gezeigt wurde, fällt dem Film plötzlich ein, dass er noch eine Geschichte hat, die er erzählen will. Und da wird es hektisch, denn die Geschichte, die man noch weit über das doppelte hätte ausdehnen können (und sollen) wird dann in so einer Geschwindigkeit abgehandelt, dass der Zuschauer am Ende nicht nur dem Abspann, sondern auch diesem „War-das-schon-alles“-Gefühl überlassen wird. 100 Minuten sind dann halt doch einfach zu wenig. An sich würde ich dem Film nur 3 von 5 Toastern geben, aber die wirklich atemberaubenden Bilder, die wirklich jeder gesehen haben sollte und wegen denen Autofahrer in New York einen Tag lang wegen der Absperrungen fluchen mussten, machen eine Aufwertung um einen Toaster locker gerechtfertigt.

Fazit:
Klasse Film mit atemberaubenden Bildern, aber zu schnell abgehandelter Geschichte. Sollte man durchaus mal gesehen haben.

4 von 5 Toastern