
Nach 7 Tagen – Ausgeflittert
by Pfirsich
„Verrückt nach Mary“. Wenn man heutzutage den Titel dieses Comedy-Klassikers der Farrelly Brüder in den Mund nimmt, dann klingen Erinnerungen an den Spaß und die Lachkrämpfe, die unzertrennbar mit dem Film verbunden sind, mit. Und mit „Nach 7 Tagen – Ausgeflittert“ bringen die Farrellys den nächsten Genrekönig. Oder?
Die Handlung:
Eddie (Ben Stiller) ist genervt. Nach der unglaublichen Demütung, bei der Hochzeit seiner Ex mit seinem besten Freund als Gast teilzunehmen (und das auch noch am Valentinstag), wird er ununterbrochen von seinem Vater Doc (Jerry Stiller) bedrängt, der ihn auch unbedingt verheiratet sehen will. Da lernt Eddie die attraktive Lila (Malin Akerman) kennen und die beiden verlieben sich sofort ineinander. Doch die „Umweltforscherin“ wir zu einem zweijährigen Einsatz nach Rotterdam gerufen – nur durch eine Heirat könnte sie dem entkommen. Kurz entschlossen macht Eddie ihr also einen Antrag und die Beiden heiraten.
Doch schon auf der Fahrt ins Flitterwochenparadies in Mexiko merkt Eddie: Lila ist überhaupt nicht sein Typ. Sie hat Schulden, ist gerade auf Entzug von ihren Drogenproblemen und keine „Umweltforscherin“ sondern eine freiwillige Helferin ohne Einkommen, nebenbei dann auch noch eine totale Zicke. Und dann lernt er auch noch die schöne Miranda (Michelle Monaghan) kennen und ist sich sicher: Das ist die Liebe seines Lebens. Nun gilt es also sich möglichst schnell von Lila zu trennen und der neuen Flamme überhaupt erst einmal von seiner Heirat zu erzählen, doch das gestaltet sich schwerer als es aussieht…
Die Schauspieler:
Nun, was gibt es an der Schauspielfront zu berichten? Ben Stiller spielt mal wieder seine Rolle als symphatischer, leicht trotteliger Loser der immer unschuldigerweise in Probleme gerät, aber den ganzen Film ein absoluter Symphatieträger bleibt. Ob mans glaubt oder nicht, die Rolle hat er mittleweile perfekt drauf. Man könnte sich jetzt fragen ob er jemals etwas anderes gespielt hat, aber das ist eine andere Frage. Erwähnenswert ist weiterhin Malin Akerman die als anfangs perfekte Blondine, die sich zur furchtbaren Schreckschraube entwickelt. Interessant ist der Kniff der Farrellys, ihrer Rolle „Lila“ einen furchtbaren Sonnenbrand zu verpassen, so wollte man sie wohl entstellen und dadurch als Sympathieträgerin eliminieren, damit der Zuschauer sich nicht die moralische Frage stellt ob Eddie nicht ein ziemlich blöder Hund ist, wenn er gleich wegen der Erstbesten in den Flitterwochen seine Frau verlässt…
Der heimliche Star des Films (meiner Meinung nach) ist allerdings Jerry Stiller, der Mann der schon mit seiner Rolle als schrulliger Vater „Arthur“ in der Serie „King of Queens“ die Lacher stets auf seiner Seite wissen konnte. Er spielt perfekt die Rolle des schrulligen pseudo-junggebliebenen alten Vaters von Eddie, der noch immer sein Leben in Las Vegas mit diversen vollbusigen Damen genießt.
Kritik:
So, ich habe mal meine Lacher in dem Film gezählt, ich bin insgesamt auf 6 gekommen. 6 Lacher nur in einem fast zweistündigen Film. Den Rest plätschert die Handlung einfach so vorbei, ein paar mal schmunzeln vielleicht, aber nicht mehr. War „Verrückt nach Mary“ noch eine klasse Komödie in der es um Liebe ging, ist „Nach 7 Tagen – Ausgeflittert“ einfach eine durchschnittliche Romantikkomödie.
Dabei ist die Idee doch Klasse, die Handlung hebt sich eigentlich erfrischend vom Rest des überfüllten Komödienmarktes ab: Die Charaktere sind sympathisch und mit Ben Stiller als sympathischen, liebenswerten Trottel hat man schon in „Verrückt nach Mary“ bewiesen, dass man kaum etwas falsch machen kann. Man kann auch nicht wirklich behaupten der Film bräuchte lange bis es mal losgeht. Die Handlung wird schnell vorangetrieben und fast jede Minute wird sinnvoll genutzt. Trotzdem fehlt diesem Film etwas Entscheidendes, etwas was „Verrückt nach Mary“ einfach hatte: Die Lacher. Ich meine, sie haben doch bewiesen, dass sie wirklich erstklassige Komödien machen können, warum konnten sie nicht diese Erfahrung nutzen um auch hier ein Lachfeuerwerk losgehen zu lassen? Nun, ich vermute der „Blödelklamauk“ mit dem die Farrellys in der Vergangenheit niveaulose, aber herrlich komische Filme verzierten, ist ihnen zu – naja – niveaulos geworden. Den Großteil des Films finde ich häufig Szenen, die für Blödeleinlagen prädestiniert wären, aber nicht genutzt werden. Der Rest der „Lacher“ ist teilweise so derart neben allem guten Geschmack, dass sogar ich Probleme habe darüber zu lachen. Aber nicht, weil es unter meiner persönlichen Niveaugrenze liegen würde, oh nein, die gibt es nicht. Diese „Lacher“ sind unter allem guten Geschmack – aber der Witz, die Pointe wurde vergessen, außerdem wirken sie einfach deplatziert.
Fazit:
„Nach 7 Tagen – Ausgeflittert“ ist kein schlechter Film – die Handlung plätschert angenehm vor sich hin, am Schluss gibt es eine wirklich gute Abschlusspointe und man sieht Eva Langoria dabei im Bikini – aber es ist einfach kein guter Film.
2 von 5 Toastern






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