Wüste Adaption des Kultspiels
by Pfirsich

Als Fan des erstklassigen ersten Teils und des ordentlichen zweiten, musste ich mir natürlich auch den dritten Teil der Videospieladaption rund um die schöne Alice ansehen. Ich war dem ganzen schon etwas kritisch gegenüber eingestellt, da dieses Endzeitszenario mir nicht wirklich zusagte. Leider sollte ich mit meinen schlimmen Vorahnungen recht behalten. Was bei diesem Versuch Alice zum warscheinlich letzten Mal auferstehen zu lassen und den Zuschauer an die Kinokassen zu locken schiefging, lest ihr hier.

Handlung:
Der T-Virus, der alle ihm ausgesetzten Menschen in hirnlose menschenfressende Zombies verwandelt, hat mittlerweile die ganze Welt erorbert und rund 90% der Menschheit ausgelöscht. Auch die gesamte Vegetation des Planeten wurde (warum auch immer) ausgelöscht und hat einer riesigen Wüste nachgegeben die mit fortschreitender Verwahrlosung die Städte unter sich begräbt.
5 Jahre nach den Zwischenfällen in Raccoon City streift Alice durch die riesige Wüste Nordamerika, während die Umbrella Corporation in einer unterirdischen Anlage versucht Alice-Klone mit ähnlichen telekinetischen Fähigkeiten wie denen des Originals zu zeugen.
Währenddessen reist ein Überlebendenkonvoi in Begleitung der uns schon aus dem zweiten Teil bekannten Kämpfer Carlos und L.J. durchs Land, immer auf der Suche nach neuen Nahrungsmitteln und Benzin. Als Alice mit einem von ihr gefundenen Tagebuch zum Konvoi stößt und ihnen Hoffnung auf eine seuchenfreie Zukunft in Alaska machen kann, machen sich alle zusammen auf den Weg nach Las Vegas um ein letztes mal vor der großen Reise aufzutanken.
Doch der finstere Chefgenetiker der Umbrella Corporation, Dr. Isaacs, hat schon längst wieder ein Auge auf Alice geworfen und eine Falle in der „Stadt die niemals schläft“ aufgestellt…

Schauspieler:
Bis auf Milla Jovovich in ihrer Rolle als Alice wurden durchweg namenlose Schasupieler verpflichtet, die eine für einen Horrorfilm durchschnittliche Leistung bringen. Was mich allerdings wundert ist das nur heiße junge Schönheiten zum Überlebendenkonvoi gehören. Mädchen, ältere oder etwas korpulentere Frauen sieht man nicht. Naja, irgendwas schönes hat diese Zukunft dann doch, denn wenn ich „heiße junge Schönheiten“ sagen, dann seid euch sicher dass ich das auch so meine. ;-)

Kritik:
Das Szenario ist leider kein bisschen „Resident Evil“-like mehr: Die Wüste bei Tag ist ein sehr krasser Kontrast zum düsteren Raccoon City und der geheimen Anlage aus Teil 1 und 2, in denen Licht noch Mangelware war. Allgemein kommt mir der Film ein bisschen zu sehr wie MadMax mit Zombies und einer Frau in der Hauptrolle vor. Denn auch die Tendenz zu mehr Action und weniger Schockmomenten, die sich schon im zweiten Teil abzeichnete, wurde in „Extinction“ fortgesetzt. Erschrecken wurde dabei allerdings ganz weggelassen, zu Gunsten stupider und relativ langweiliger und vorauszusehender Zombiegemetzel. Auch wer eine verzweigte und halbwegs mitreißende Geschichte sucht, wird maßlos enttäuscht.
Außerdem ist es schon fast erstaunlich wie kalt einen die kleinen Liebesgeschichten und die Schicksale der Charaktere lassen. Manchmal denkt man schon fast „Jetzt verreck halt endlich damit wir weitermachen können!“ Auch wer Spannung erwartet und „Die wunderbare Welt der Amelié“ nicht gerade als spannungsgeladenen Actionthriller sieht, wird den Kinosaal nicht glücklich verlassen: Der Endkampf ist lächerlich und langweilig. Die Geschichte rund um Dr. Isaacs, der sich gegen die Umbrella Corporation stellt und seine eigene Privatarmee aufstellen will? Belanglos. Das Schicksal des Konvois wird garnicht erst aufgelöst, da Alice abspringt um die böse Umbrella Corporation zu verkloppen.
Was gibt es positives zu diesem Film zu sagen? Mein Gott, ganz nett wenn man ganz dringend wissen will wie die Geschichte rund um Alice weitergeht, ansonsten trocken wie die Wüste in der der Film spielt.

Fazit:

Enttäuschende Fortsetzung des recht gelungenen zweiten Teils, wenn grad nichts anderes im Kino kommt kann man sich den Film aber antun. Als Mann kann man wenigstends die überlebenden hübschen Amazonen anschauen.

2,5 von 5 Toastern