Planet Terror
Grindhouse geht in die zweite Runde
by Pfirsich

Was das erste ist, das mir einfällt wenn ich an Planet Terror denke? Ganz einfach: Das Gewehr auf dem Filmplakat is am falschen Bein ;-)
Aber mal im Ernst: Planet Terror ist der zweite Teil von „Grindhouse“, dem 70er Jahre Horror-Revival von Quentin Tarantino und Robert Rodriguez. Doch ganz kann Planet Terror leider die Erwartungen nicht erfüllen.

Erstmal zur Handlung: Das Ärztepaar William und Dakota Block erlebt während einer Nachtschicht das pure Grauen: Zahllose Leute kommen mit verdächtigen Wunden und leerem Blick ins Krankenhaus um sich nur wenig später (im Film aber leider nicht früh genug) in brutale Zombies zu verwandeln. Auch GoGo-Tänzerin Cherry (Die aus „Charmed“ bekannte Rose McGowan), angehender Stand-Up Comedian, befindet sich unter den Verletzten, ihr Bein wurde bei einem Überfall eben solcher Zombies abgerissen, sie ist allerdings nicht infiziert. Ihr Ex-Freund Wray (Freddy Rodriguez) kommt allerdings um sie, sich durch Zombiehorden kämpfend, zu retten.

Unbekannte Gesichter sucht man in Planet Terror fast vergebens, viele Namen und fast alle Gesichter kommen einem bekannt vor, ich nenne da nur mal Fergie von den Black Eyed Peas oder Bruce Willis. Auch der gute alte Quentin Tarantino hat natürlich wieder seinen obligatorischen Gastauftritt. Überragende schauspielerische Leistungen sind mir allerdings keine aufgefallen, lediglich Josh Brolin als Dr. William Block lässt einem manchmal einen kalten Schauer über den Rücken laufen.

Was ist das Problem dieses Films? Nun, ich würde ihn als halbgar bezeichnen. Sehr viele gute Ansätze, aber kaum zuende geführte Ideenstränge. Beispiel gefällig? Dakota Black, die ihre „kleinen Freunde“ (gemeint sind ihre Spritzen) mit einer kleinen Abschussvorrichtung wie Waffen benutzt, ist zwar eine gute Figur, wird allerdings nicht oft genug verwendet. Benutzen tut sie ihre kleine Spritzenkanone nämlich nur einmal im Film. Auch die Geschichte von Wray, dem waffenvernarrten Zombiekiller, wird nicht zufriedenstellend aufgelöst. Es gibt einfach genug Charaktere für 2 Filme. Und bis die alle mal eingeführt sind, vergeht schonmal ein Viertel der Spielzeit. Ich erkenne hier wirklich hauptsächlich viel ungenutztes Potenzial.
Aber genug der Kritikpunkte, denn wenns mal losgeht, dann richtig. Dieser Film ist definitiv etwas für den Splatter-Freund. Blut, roter Schleim und natürlich Zombies und Leichen soweit das Auge reicht! Außerdem noch die Recht witzige Nebengeschichte um den Besitzer eines kleinen BBQ-Lokals, der die perfekte Sauce finden will. Am Anfang wird man im Übrigen noch von einem kurzen, aber sehr lustigen Trailer für den fiktiven Filme „The Machete“ emotional auf das Gemetzel vorbereitet ;-) .
Schüsse, Explosionen, lebende Leichen und eine Menge schwarzer Humor sind das, was diesen Film dann doch noch zu seiner finalen Wertung pushen.

Fazit:
Ein recht gelungener Zombiesplatterfilm mit etwas schwerem Anfang. Fans von Zombiefilmen und Zuschauer, die einfach nur kurzweilige Unterhaltung suchen, sind bei Robert Rodriguez’ Beitrag zu „Grindhouse“ gut aufgehoben, der leider allerdings nicht der erhoffte neue Standarts setzende Hammermovie wurde.

3,5 von 5 Toastern