
Gnarls Wer?
(by Kastenbrot)
Sieht man das erste Mal das Cover von St. Elsewhere, fragt man sich:“Wer ist dieser Gnarls Barkley und was hat der Typ beim machen dieses Albums geraucht?“
Folgt man jedoch P.Diddys kürzlich gestartetem Aufruf und drückt den knopf mit dem Dreieck, offenbart sich einem eines der wahrscheinlich kreativsten, musikalischsten und auch wiedersprüchlichsten Alben jemals.
Nachdem ich den ersten Track, Go Go Gadget Gospel, gehört haben bin ich bezüglich meiner Frage von Oben nicht merklich weiter gekommen. Was ist das? HipHop? R&B? Höre ich da etwas Gospel, Soul heraus? … St. Elsewhere ist eine auf den ersten Blick anscheinend wahllos zusammengeworfene Mischung verschiedenerm Genres, die sich nicht sonderlich zu ergänzen scheinen. Das mag teils der Fall sein, in seiner Gesamtheit ist es jedoch ein Fest.
DJ Danger Mouse, der für das bereits legendäre Grey Album verantwortlich zeichnet, ist alleiniger Produzent. Das merkt man auch. Obwohl sein Style unverkennbar bleibt, kennt der Überproduzent aus New York jedoch keine Genre-grenzen und bedient sich freizügig von allen ihm zur Verfügung stehenden Quellen.
Sehr ungewöhnlich: Bereits Track Nummer Zwei, Crazy, ist mit das beste Lied des Albums. Dass die hypnotische Melodie inklusive Chor-einlage in Verbindung mit Cee-Lo Greens Stimme Ohrwurmqualität besitz, haben die Chartplatzierungen der letzen Monate eindeutig bewiesen.
Als drittes, folgt der Titeltrack St. Elsewhere, der mit Just a Tought und Who Cares zu den gemäßigteren Hits des Albums gehört. Hits? Ja! Denn Alle Tracks zeugen mit ihrer Produktion, der unverwechselbaren Stimme von Cee-Lo Green und dem alls umgebenden Flair von einer derart großen Professionalität, dass eine Top 10 Platzierung auf Monate für Gnarls Barkley reserviert scheint.
Gone Daddy Gone kommt da schon etwas schneller, leider auch monotoner daher, bereitet den Hörer Styletechnisch allerdings perfekt auf Smiley Faces vor. Hier stimmt ebenfalls Alles: Beat, Stimme, Feeling.
Kann da noch was schief gehen? Es kann! Mehr oder weniger…
An Necromancing vermisse ich das geringste Bisschen Musikalität und auch der letzte Track,The Last Time, nervt nach kurzer Zeit einfach nur.
Das kannst du doch besser, Gnarls!!
Das nur 1:26 lange Feng Shui baut auf asiatische Klänge auf und auch der Gesangspart, der dieses mal eher rappt ist optimal eingesungen, eingerappt … eingesangrappt!
Jetzt hab’ ichs: St. Elsewhere ist gute Laune-Musik ! Jeder Track ist ein Kunstwerk für sich. Dass in einem Museum meherere Epochen vertreten seien können ist jedoch keine Erklärung für die Ziellosigkeit des Albums. Musikanisch ist St. Elsewhere schön und gut, lässt allerding jegliche Art eines Konzeptes vermissen. Trotzdem:
4 von 5 Toastern für dieses kreative Meisterwerk:






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