Me, myself & I
Me, Myself & mein Lieblingsalbum
(by Kastenbrot)

Nachdem er 2005 sein Hit-Album „All or Nothing“ veröffentlicht hatte (inklusive der Chartbreaker So much more, Get it Poppin und Lean Back), geht der in der Bronx aufgewachsene Fat Joe mit „Me, Myself & I“ noch einen Schritt weiter.

Schon das als Intro zu wertende Pendemic macht mit seinem melancholischen Beat und dem dazu passend schmachtenden Chor Lust auf mehr.
Ebenso, fügt sich auch Damn nathlos in diese Reihe der melancholisch produzierten Ghetto-hymnen ein.

Seinen ersten Höhepunkt erreicht Me, Myself & I mit dem Track Profit.
Trotz dem grandiosen Beat, der mit ordentlich dröhnendem Bass aufwartet, behält Joe immer die Oberhand. Ob er genau im Beat rappt oder ihn scheinbar etwas entkommen lässt, Joe versteht es wie kein Zweiter sein Tempo und seine Stimme dem Instrumental anzupassen und so für Stimmung zu sorgen.
Lediglich der Featurepart von Lil’ Wayne schwächelt hier ein wenig.

Nach diesem Feuerwerk und dem abermals melancholisch produzierten und mit zielsicher eingerappten Parts bestückten No Drama (Clap & Revolve) folgen die Zwei schwächsten Tracks des Albums:
Breath and Stop ist eigentlich ein guter HipHop Track, passt allerdings mit seinem Reggae-Sample nicht in das Konzept des Albums. Auch die von The Game übernommene Hookline, kann daran nichts ändern.
Durch seine hektischen Drums und das immer wiederkehrende, nach einiger Zeit nervende Orgel-Sample, verleitet mich She’s my Mama nach spätestens einer Minute dazu, auf dem Album weiterzugehen.

Dann: Make it Rain. Dieses mal passt Lil’ Wayne’s Stimme wie die Faust auf’s Auge, auf den typisch South-Side anmutenden Beat. Die drei parts von Joe verfliegen derart schnell, dass ich mir den Track noch ein mal anhöre, und noch ein mal, und noch ein mal…

Nachdem ich weitestgehend versöhnt bin, stoße ich auf Jealousy. Die ersten Zwanzig Sekunden haben mich überzeugt. Ein Swing-Sample in einem HipHop Song? Genial! Ganze fünf Minuten sind dann aber doch genug des Guten.

Nachdem ich Track Nummer Neun gehört habe, ist die Suche nach dem besten Lied erfolgreich abgeschlossen. Think about it!
Der Beat: Groß, laut, böse!
Auch hier fügen sich Joes Parts stimmlich und flowtechnisch perfekt ein und schaffen einen Track, der derart überzeugt, dass keine Lieblingsrapper-Aufzählung in Zukunft ohne Joe auskommen sollte!

Hard not to Kill, der kürzeste Track des Albums (2:55), bietet rohe, dennoch solide HipHop Kost. Dieses mal zwar ohne orchestrale Unterstützung, doch das tut nach all den konstant tragisch wirkenden Tracks auch gut.

Bendicion Mami, eine musikalische Biographie seiner Mutter, gibt in geschickten Reimen einen Einblick in Joes Jugend im Ghetto

Story to tell runded das Album perfekt ab. DJ Khaled, der schon mit Größen wie Rick Ross zusammengearbeitet hat, schafft sich mit dem dazugehörigen Beat auf dieser Platte ein Denkmal. Auch die Story und die im Text enthaltene Sinnfrage überzeugen.

Abschließend lässt sich sagen, dass Me, Myself & I sich von dem Üblichen Rap-einerlei der letzten Zeit deutlich abhebt. Sauber produzierte Beats und eine treffsicher eingerappte Message sprechen eine deutliche Sprache. Mit nur Zwölf Tracks, hat das Album zwar um einiges weniger Tracks zu bieten, als die Meisten HipHop Alben, deren Qualität überzeugt jedoch auf der ganzen Linie:

5 von 5 Toastern dafür!